Donnerstag, 23. Oktober 2008

Jetzt! Endlich!

Alle meine schriftstellerischen Wagnisse aus dem Froschtümpel gebündelt bei Bookrix!
Bookrix ist so ein Java Web 2.0 Dings, wo man in virtuellen Büchern richtig blättern kann.
Das ist ideal für die Präsentation längerer Sachen oder Sammlungen, die im Scrolltextformat der Foren und Blogs unmöglich aussehen würden...



















Ende Schleichwerbung.

Nun bin ich schon ein paar Monate bei diesem verein und ich muss sagen, dass man so man inspiration sucht, hier zu oft auf leere brunnen stösst, (wie ja auch bei anderen literaturforen). nicht, dass die geschichten alle schlecht wären, es waren sogar gute darunter. aber selbst die guten waren eben schon abziehbilder von sehr guten. da kann man dann nichts mehr draus machen, ohne das es mies wird.
sucht man allerdings nach ideen (jetzt bitte nicht idee mit inspiration verwechseln), findet man sie hier zu hauf, alle möglichen verrückten kombinationen, die man sich für eigene geschichten abschauen könnte, wenn man nur die inspiration zu einer geschichte hätte ;)
der zweite punkt, der ja aber zu erwarten ist, ist die immerwieder schlampige umsetzung der ideen. wenn bookrix einen zum schreiben von irgendetwas anregt, dann wäre das ein buch wie man wenigstens ein bischen anständig schreibt.
zurufen möchte man den leuten: bevor ihr schreibt, lest wenigstens ein buch! nein nicht das handbuch zu eurem rollenspiel! und geht auch mal raus und erlebt etwas!
und, umhimmelswillen, recherchiert, bevor ihr blödsinn erzählt!!
ja, so kann man sich schön drüber aufregen :D ausnahmen gibt es selbstverständlich auch.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Die Zeit vergeht!

Hier ein längerer Beitrag aus dem Storming Brains Forum von mir, von dem ich nicht möchte, dasss er so sang und klanglos in den aktenregalen verschwindet:
die zeit vergeht in allen drei raumdimensionen. im vierdimensionalen raum steht die zeitachse senkrecht zu allen raumdimensionen (minkowski-raum).
wie zum teufel soll man sich das nun vorstellen, ohne dass der brägen nutzlos heissläuft um dann, als geschmolzener batzen, aus der nase herauszulaufen?
will man die raumzeit im drei- oder zweidimensionalen raum (ebene) darstellen, bedarf es gebräuchlicher hilfsmittel: der projektion und des schnittes. damit kann man ein oder 2 raumachsen (minkowski-diagramm) unterschlagen bzw. konstant halten (schnitt) oder in einer perspektive darstellen, wie man das ja mit einem 3 dimensionalen koordinatensystem auf einem blatt papier auch macht (projektion). die achsen haben in einer perspektivischen projektion keine rechten winkel mehr zueinander (beim 3d-koordinatensystem auf einem 2d-blatt nimmt man meistens 45°). aber bleibt man bei der 3d darstellung im 3d-raum (etwa gebasteltes modell): das 3d-raumkoordinatensystem besteht aus 3 stäben, die senkrecht aufeinanderstecken. die negativen raumabschnitte kann man dabei mal ausblenden. 4 dimensionen: da man 4 stäbe im 3d-raum nicht so zueinander anordnen kann, dass sie alle denselben winkel zueinander haben, lässt man etwa die raumdimensionen bei 90° und platziert den vierten stab (bzw. achse) zu allen anderen in 45°. ein ähnliches ergebnis erhält man, wenn man 3 raumzeitachsen (3 raumachsen mit 3 parallelen zeitachsen) definiert, da die zeit auf alle achsen gleich schnell vergeht. ein körper (oder besser ereignis) bewegt sich immer parallel zur 4. achse, auch wenn er sich im raum nicht bewegt. eine alternative darstellung wären die 4 raumdiagonalen eines würfels. beide möglichkeiten sind projektionen des 4d-raumes auf den 3d-raum. dieses diagramm ist dann natürlich ein statisches beobachterdiagramm. bewegt sich der beobachter, verschieben sich die winkel zwischen den raum und zeitachse relativ zum einem zweiten statischen beobachter (warum und wie, das ist mir auch nicht so ganz klar). aber auch so ist so ein 4-dimensionales diagramm ist eigentlich sinnlos, da sich der bezugswinkel der raumkoordinaten zum system durch die vergehende zeit ständig ändert, es sei denn, man bewegt die 3 raumdimensionen kontinuierlich entlang des zeitpfeils, was einer kürzung der zeitkoordinate nahekommt ((periodische) grössenänderungen etwa können trotzdem noch als pulsieren o.ä. wahrgenommen werden). deswegen kürzt man eben meist um ein oder 2 dimensionen und erhält zeit-bzw. raumschnitte. sich verändernde flächen in der zeit kann man als hüllkörper (in einem 3d-system) darstellen, sich verändernde abstände als flächen. eine weitere darstellungsmethode für mehrdimensionales gibt es in der chemie: das ternäre diagramm, in dem drei dimensionen zueinander in 60° winkel stehen und man eine 4. dimension senkrecht dazu einfügen kann. bedingung ist, dass der abstand etwa zwischen 3 raumpunkten absolut (in form von %) angegeben wird. hier könnte sich ein bewegendes objekt schöne raumzeitkurven fliegen. aber auch das modell ist sicher beobachterabhängig.... in der mathematik fällt das natürlich alles weg und man hat einfach eine 4x4 matrix (tensor).
mit der einfügung von massebehafteten objekten wird es dann anstengend, weil sich die raumzeit um diese herumkrümmt, so dass andere objekte in der nähe eine beschleunigung erhalten und sich etwa (wie im fall von satelliten) durch diese krümmung auch in eine kreisbahn begeben (umlaufbahn).
zurück zum realen Leben: die beste erfahrung von raumzeit bietet sich wohl in der beobachtung der umgebung. man kann beliebig vor einem ereignishorizont verharren oder ihn wechseln. oder einen film schauen, in dem ja zumeist auch nur eine projektion des raumes dargeboten wird, während sich die projezierten flächen in grösse bzw. den restlichen 2 koordinaten verändern (aus den flächen könnte man wieder hüllkörper konstruieren), ein schnitt bei konstanter zeit daraus ist dann ein photo, usw.

Samstag, 20. September 2008

Accelerated Learning

Wie versprochen hier und jetzt ein wenig darüber. Kurz zu dem Begriff. Accelerated Learning geht an sich nicht schnell, denn das Konzept ist, sich intensiver mit dem Lehrmaterial auseinanderzusetzen. Man könnte es Intensiv-Learning, Besser-Learning oder Überhaupt-Etwas-Learning nennen. Es geht nur dann schnell, wenn das Lehrmaterial vorher von Lehrern etwa entsprechend aufgearbeitet worden ist. Das Ergebnis ist aber weitaus besser als Büffeln ohne Konzept.

Am Anfang soll man sich klar werden, was für ein Lerntyp man ist: optisch, audio oder haptisch.
Der optische Typ will sehen, mag Illustration und auch Geschriebenes und kommt mit dem herkömmlichen Lernen am besten klar. Eine Verbesserung tritt für ihn ein, wenn er etwa Bilder malt über den Lerninhalt oder sich Fakten bildhaft vorstellt (etwa eine Strukturformel als ein Tier). Weiterhin hilft es für ihn, den Lerninhalt mit bunten Stiften zu bearbeiten. Am besten mehrere Farben, die unterschiedlich zugeordnet sind (Definitionen, Formeln usw.). Eine super Sache ist das Erstellen von Powerpoint oder Impress-Präsentationen zum Lerninhalt!
Der Audio Typ kann mit Büchern nicht so viel anfangen er/sie hört vielmehr dem Lehrer zu, lässt sich etwas erklären. Was der Lehrer nicht sagt, sondern nur an die Tafel schreibt, lernt dieser Typ nicht so gut. Für den Audio Typen ist es nützlich, sich Texte laut vorzulesen oder sogar auf Band aufzunehmen, von anderen vorlesen zu lassen bzw. zu zweit zu lernen. Er kann sich auch Eselsbrücken mit Reimen oder Geschichten schaffen in denen das Gewünschte vorkommt. Ideal sind Hörkurse.
Man sollte auch niemals drum verlegen sein "Experten" Löcher in den Bauch zu fragen. Man selbst bekommt Informationen, für die diese Leute Monate geackert haben und sie halt sozialen Zuspruch.
Der haptische Typ ist am schlechtesten dran im herkömmlichen Lernsystem, denn er/sie will Sachen begreifen. Für haptische Typen sind etwa gebastelte Modelle gut, auch Lehrvideos, die den Inhalt anhand von Demonstrationen und Schauversuchen zeigen oder Instruktionen vor Ort oder Führungen. Sie verstehen etwa die Funktionsweise einer Maschine bei perönlicher Einweisung intuitiv, während sie denselben Inhalt im Buch schnell vergessen. Haptische Typen wollen immer den praktischen Nutzen in jeder Sache sehen, rein theoretisches ist ihnen suspekt. Für den haptischen Typen ist es also gut, "Bildungsfernsehen" zu nutzen, Modelle zu basteln (etwa Kurven aufmalen und ausschneiden), den praktischen Nutzen der Sache herauszufinden, sich beim Lernen zu bewegen (hin und herzulaufen), zu gestikulieren, ja Theater zu spielen mit dem Lerninhalt. Auch der Tast-Typ könnte mit bunten Stiften arbeiten, diesmal aber einfach um die Hand beim Lesen zu beschäftigen.

Da sich die Typen in jedem Menschen mehr oder weniger stark überschneiden und ausprägen, ist es gut auch mal die Methoden der anderen Lerntypen auszuprobieren. Im Gedächtnis lässt sich auch dass leichter finden, was auf vielfältige Weise verknüpft ist durch sehen, hören, bewegen. Eigentlich ist es das schon: Das Lernmaterial auf so vielfältige Art wie möglich aufarbeiten. Denn um so besser die geistigen Schubladen im Gehirn beschriftet sind, desto leichter findet man etwas in ihnen.

Die Lehrer-Schüler Methode: geht davon aus, dass man am besten lernt, wenn man etwas selbst erklären muss. Eltern können ihre Kinder beauftragen, ihnen die Hausaufgaben oder das täglich gelernte als kleinen Vortrag zusammenzufassen um dann quasi selbst als Lehrer aufzutreten vor ihnen oder Geschwistern. Studenten können sich in Lerngruppen den Stoff einteilen und als kleine Vortragsreihe gegenseitig näherbringen (sehr beliebt in Seminaren).

Detail und Übersicht: Es gibt den Detailtyp, der ist eine Art Jäger und Sammler. Er kann Lernstoff einfach von vorn nach hinten oder querbeet durchackern, es macht ihm nichts aus, wenn der grössere Zusammenhang erst mal nicht da ist. Kleine Erkenntnisse zwischendurch fügen sich in seinem Kopf automatisch zum grossen Puzzle zusammen. Der Übersichtstyp: ihn machen blosse Fakten verrückt. Er will erst das grosse Ganze haben, den Masterplan, in den sich alles einfügt. Für den Übersichtstyp ist es gut, wenn er etwa zuerst die Kapitelüberschriften überfliegt und aufschreibt, wass er zu diesem und jenem Thema schon weiss. Er sollte auf jedenfall mit Mindmaps arbeiten, ein Verknüpfungsplan, der vom Zentrum mit dem Zentralthema sich mit Ästen immer weiter in Subthemen und schliesslich zu Details aufspaltet.
Bei Prüfungen sind Übersichten generell gut um zu wissen, wie gross der Stoffumfang im Verhältnis zur Zeit ist. Die Kapitelüberschriften checken kann auch Zeit sparen, da man manchmal nur wenige Kapitel in einem Buch braucht. Dann kann man sich schon mal aufschreiben: Buch soundso, Seite 230-264, Thema XYZ, Buch soundso 2, Seite... usw., das gibt noch einen besseren Überblick und damit das Gefühl die Sache im Griff zu haben. Wer noch pingeliger ist, kann sich zu den Kapiteln Deadlines notieren.

Exzerpte machen: Regelmässig das kurz zusammenfassen, was man gelernt hat. Diese Kurzabhandlungen erleichtern einen späteren Nachvollzug ungemein, denn oft bauen Lerninhalte aufeinander auf und dann ist es blöd, wenn man etwas, dass 20 Seiten vorher drankam, schon wieder vergessen hat.

Vorbereitung: Zuerst brauch man den richtigen Platz. Sofa und Esstisch sind nicht so gut, besser ist ein extra Schreibtisch mit gutem Licht nicht zu dunkel, nicht zu hell. Hintergrund: ein Ort der nicht mit dem Thema Lernen verankert ist, an dem lernt man auch schlechter, weil man an anderes denkt, etwa Essen oder Fernsehen, um bei den Beispielen zu bleiben.
Danach zur Selbstmotivierung. Man sollte so lernen, dass man sich selbst das erlernte schmackhaft macht: Wieviel mehr Geld kann ich später damit verdienen, wie cool ist es, diese Zusammenhänge zu verstehen? Welche verbesserte soziale Funktion kann ich in meiner Firma einnehmen? Welche neuen Sichtweisen bereichern mit dem Lernstoff meine bisherigen Kenntnisse und Hobbies?

Negative Schulerfahrungen aufarbeiten: Die Schule ist für manche ein so schrecklicher Ort gewesen, dass sie ihr ganzes Leben lang kein Fachbuch (oder gar keins mehr) mehr anschauen.
Das hat seine Gründe. Um Lernblockaden dieser Art aufzuheben ist es wichtig, sich mit den Gründen auseinanderzusetzen: was war an den erlebten schulischen Methoden falsch? Wie kann man sich mit einer eigenen Verbesserung mehr Kontrolle über die Vergangenheit verschaffen? Lag es vielleicht auch an Personen, giftigen Schrullen oder poltrigen Authoritätsopas? Was haben die jetzt noch im eigenen Leben zu suchen? Stellen sie sich vor, wie sie diesen Menschen versuchen würden, etwas Neues beizubringen. Schwierig, nicht? Als Lehrer waren sie vielleicht selbst nicht mehr zum Lernen bereit. Also weg mit ihnen aus der Erinnerung. Lieber an angenehme Lehrer erinnern. Die haben ja oft sogar viel verlangt, aber sie haben den Unterricht auch aufgelockert mit Vorführungen, Beispielen oder Exkursen, ganz zu schweigen von den menschlichen Qualitäten.
Im allgemeinen, wenn Lernblockaden plagen, sollte man sich immer intensiv mit den Gründen beschäftigen und Erinnerungen ihren Platz zuweisen und Vorurteile (Zahlen sind doof) kritisch zu betrachten. Ist es etwa nicht toll, Preise im Markt selbst im Dreisatz zu vergleichen oder vor der Kasse die dieselben schon im Kopf addiert zu haben?

Aufmerksamkeit: Oft ist es schwierig, die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Dafür gibt es sogenannt Gehirnsynchronisationsmethoden die alle damit arbeiten, dass man gleichzeitig zählt und sich dazu etwas vorstellt/anschaut/anhört/tut. Beliebt ist etwa beim Spaziergang, Nummernschilder zusammenzurechnen, Tiere oder Bäume zu zählen. Zu Hause kann man sich auch über die Anzahl bestimmter Dinge im Haus klar werden. Fürs meditative gibt es die Rückwärtszählmethode, bei der man sich farbige Zahlen vorstellt und rückwärts zählt: sieben mal die rote sieben, dann sechs mal die gelbe Sechs usw. Dabei schön Zeit lassen. Durch solche Dinge werden beide Gehirnhälften aufeinander abgestimmt und "entkrampft". Die ganz klassische Methode, das Schäfchenzählen, hat wohl jeder schon mal zum Einschlafen benutzt.
Wichtig ist es, den Alltagskram auszuschalten: die ganzen kleinen Dinge vorher erledigen.
Die "nervigen" Kinder: oft muss gelernt und gleichzeitig auf die Kinder aufgepasst werden. Ich kann nur dazu raten, sich entweder feste, kindfreie Zeiten zu schaffen oder, wenn das nicht geht, das Kind auf kindliche Art und Weise am Lernen teilhaben zu lassen: schau mal was Papi/Mami grad macht!

Wiederholung: Es ist gut alles noch mal zu wiederholen, vielleicht 2 oder vier Wochen nach dem Lernen.

Pausen: Die Aufmerksamkeitsspanne für ein bestimmtes Thema dauert etwa 15 Minuten, höchstens 40. Danach kurz entspannen, mit einer anderen Methode weitermachen oder ein anders Thema. Ich weiss aber selber, dass wenn man sich einmal in ein kompliziertes Thema reingedacht hat, das schon allein eine halbe Stunde dauern kann, wenn also das Thema gerade spannend ist, finde ich es schwer, mich durch Pausen zu stören. Dranbleiben kann manchmal bei komplizierten Geschichten auch notwendig sein.

Musik: Immer wieder wird zu Lernen Barockmusik empfohlen (Mozart, Händel, Vivaldi usw.) Allgemein ist ruhige Musik auch gut.

Der Sache den Ernst nehmen: Es hat sich mir selbst als nützlich erwiesen, die Lernsituation aufzulockern. (auch Stichwort Selbstbelohnung: nach dem Lernen ein Eis!). So ist bei schöner Umgebung (etwa Balkon oder Garten) schon manchmal vieles leichter eingegangen. Auch bei einer Lerngemeinschaft mit einem Freund kann ein Glas Bier oder Wein und Hintergrundmusik oft sehr gut sein. Lerninhalte werden im Gehirn mit den Lernumgebungen verküpft; angenehmes Umfeld ergibt angenehmere und leichtere Erinnerung.

Lernzeit: Man soll herausfinden, zu welcher Tageszeit man am besten lernt. Bei mir sind es etwa die frühen Morgenstunden, obwohl ich Langschläfer bin! Aber früh habe ich schon Sachen in einer Stunde begriffen, für die ich am Abend 4 gebraucht hätte. Also das kann man leicht herausfinden, Früh, nachmittags abends, wann klappt es am besten?

So, das wärs erst mal. Auf solche trivialen Dinge wie Bewegung und Ernährung will ich nicht eingehen.

Donnerstag, 14. August 2008

Die Erlösung oder warum das Sommerloch so heisst

Wer in der Ferienzeit manisch ist hat verloren. Tja , das ist ein guter Satz, um rätselhaft monatelang verloren zu gehen (get lost). will ich auch nicht erklären, damit es rätselhaft bleibt.
also in berlin und prag war es über ostern sehr kalt. die absteigen waren jeweils ok, eine mit einer russischen wasserstoff-mutti, die andere mit einem kahlköpfigen stiernacken. ansonsten eine schöne zeit, was ich an den fotos erkenne, die wir gemacht haben. ich sehe darauf glücklich aus. ich habe mich jedenfalls zufrieden gefühlt. später vielleicht mehr über darüber.

und nun wollen wir in deutschland zusammenziehen, dafür war eine menge behördenarbeit nötig. der sommer war sehr schön dieses jahr. die kakteen haben geblüht, wie kaputt, so vier mal hintereinander.

mich plagt generelle antriebslosigkeit. weiss nicht, vielleicht geht im oktober mehr, wenn das wetter draussen wieder mehr meinem innenleben entspricht (klamm und trostlos).

Mittwoch, 9. April 2008

Schlaf schön, schön schlaff

Ab und an bin ich bei N. abends Abendbrot essen. Das ist besser , als zu hause allein rum zu sitzen. diesmal gibt es eine zu grüne avocado: "iss die mal, aber ich kann sie dir nicht empfehlen, brr, ist die bitter." Ich sage: "gib her, vielleicht kann ich die zu den chips essen. na bitte. igitt. ich nehm mir lieber tee." dann hacke ich mit dem obstmesser in den avocadokern: "töten, töten, atomisieren." "schnitz mal ein gesicht rein." sagt n. "wie der inseltyp mit dem basketball."
"wilson? na klar. diabolisches grinsen oder böse?" "böse!" ich schnitze, augen, nase, v-mund nach unten. "und augenbrauen?" fragt sie. "klar doch. haare?" "nein, keine haare und auch keine ohren. nichts asymmetrisches! die stecken wir jemand an den zaun!" "ja oder auf die türmatte. die welt ist viel zu brav." wir gehen raus. "hier gehts!" der kern steckt auf dem zaun. "da wirds bald noch mehr davon geben!" "gesichter auf äpfeln und so an jedem zaun in der gegend. dann kannst du zuschaun, wer dem gesichtestecker nachts auflauert." "dann hast du es geschafft."
"mann könnte auch voodoopuppen verteilen. oder schlachtereiabfälle." "boah."
ich bleibe an einem schaufenster stehen. "was ist denn das schon wieder? warum schaust du dir fenster an?", fragt n. " wegen der dekoration." sage ich. "ich werde diesen asiatischen restaurantstil stil nie begreifen." sagt sie. "wieso?" "immer der selbe kitsch, drachen, bunte fische..." "sie kennen es halt nicht anders..." sage ich. "ich habe mal einen arte-bericht gesehen, über japaner, die ihre bilder vom paris-urlaub kommentieren." "krass und?" "die haben sich paris auch anders vorgestellt." "ach arte. die haben abends schäfchen zum zählen gebracht." "ist doch nett?" "ja aber die schafe waren menschen in schafsfellen. die sind übereinander her gesprungen. das macht mich aggressiv. mein schafsbild ist für immer gestört. das sind so menschen mit intelligenz aber null fantasie." "reich doch eine schadenersatzklage ein." schlage ich vor. "nein da geht nur dem verantwortlichen auf die fresse haun." "ah. ich habe mir auch schon mal überlegt.." "was?" "ob ich mir nicht sträflingskleidung kaufe und damit auf meinem balkon runden laufe so tagsüber für die nachbarn." "jah und mit kugel!" "Die macht ein tolles geräusch beim gehen." "und vergiss nicht, ein paar steine zu klopfen." "gute nacht dann." "ja gute nacht."

Donnerstag, 27. März 2008

Operation Impending Doom 2

Also ich bin zurück von meinem Urlaub, der nur als voller Erfolg gewertet werden kann.
Aber davon später, hier erstmal die Auswertung meiner letzten Sitzung mit der Psychotante:
Sie meint ich tue alles, damit ich nicht glücklich werde. Ich beschäftige mich mit Kram, damit ich keinen vernünftigen Tagesablauf habe usw. Ich bin dann drauf gekommen, das mir die Ausdauer für langfristige Aktivitäten fehlt und mir schnell alles langweilig wird. Sie meint das geht nur im Override-Modus zu überwinden. Anstrengung lernen und so. Ich meinte, ich sollte Ordnung und Struktur in mein Leben einbringen und Pläne machen und so. Sie meinte, Zeit genug habe ich ja, wenn ich nicht so viel Unsinn (speziell Internet) treiben würde. Ich denke, das damit Faulheit, Konzentrationsschwäche, Zeitmangel und deprimiertheit endlich mal auf einen nenner gebracht worden sind. (thumbs up!). Ausserdem habe ich eine Phobie. So. Bindungsangst, das ist Angst vor Menschen, die einem nahe stehen eben. Das führt zu einem umgekehrten Prioritätsverhältnis: Man kommt mit Menschen um so besser aus, um so fremder sie einem sind. Am besten komme ich tatsächlich mit Ausländern zurecht. Jippa!
Ja also Pläne und Übersichten sollen gemacht werden aller Entartungen. Wo ist mein Geld, wo ist meine Zeit, wo sind meine Freunde überhaupt hingeraten, was sind meine Ziele, wie will ich die erreichen usw. usf. (usf. ist nicht mehr so gebräuchlich, es heisst: "und so fort", nicht zu verwechseln mit: "und sofort")

Um im Job besser voranzukommen, muss ich einfach schneller und mehr lernen. Anstatt also zu lernen habe ich mich über beschleunigtes Lernen schlau gemacht und da dieses Wissen meiner Meinung nach frei zugänglich gemacht werden sollte und dieser Blog sowieso nicht aus den kleinen Zahlen kommt, werde ich hier nun einen Kurs über Accelerated Learning abhalten und wem das nicht passt, der soll sich bitte sofort an mich wenden. ............... Zu spät.

Dienstag, 11. März 2008

Die Uhrwerkzitrone

"'clockwork orange' war früher mein lieblingsfilm", sagt n.
"weisst du auch, was das bedeutet, uhrwerk orange?" frage ich. wir sitzen in der pizzeria. "was weiss ich, irgend eine slang-sache", meint sie. "kleiner tipp, es heisst 'die uhrwerkorange'." "ja, und, eine orange uhr?" "eine uhr-orange" beharre ich, "pass auf: du nimmst eine orange." "ja?" "und schneidest sie quer durch."
sie guckt mich gross an. "sieht das dann nicht aus wie ein zifferblatt?" meine ich.
"du bist bekloppt, aber schreib das mal irgendwo auf." "dass kann sich doch jeder an drei fingern abzählen. nur mit clockwork grapefruit währe es zu leicht gewesen." "jaja oder uhrwerk zitrone."
"Oder der mondberguhu." Wie bitte?" "Von christian morgenstern, der mondberguhu: er funktioniert wie eine uhr und ist doch nur ein uhu nur." "du bist wirklich bekloppt."

Samstag, 8. März 2008

Bücher usw.

Seit ich in dresden bin bin ich völlig verplant. mein kopf rebootet im 5 sekundentakt. es ist nicht das fernsehen, das ist es überhaupt nicht. ich habe viel zu wenig konzentration selbst fürs fernsehen. versuche ich das, wird daraus ein zapp-marathon. ist es das internet? aber internet hatte ich in freiberg auch schon. freilich habe ich jetzt zuhause inet. ich lese hauptsächlich blogs, nur : bloggen ist ungefährlich, blog lesen schon.
das blogformat ist fastfood für das hirn. die einträge plätschern einfach so in dich rein. wie sie dem autor aus dem gehirn fielen stehen sie im netz. schwupps hast du wieder eine befindlichkeit. und das ist es, fremde probleme befallen einen wie hinterrücks. n. meint, blogger wissen wenig von der realität und schreiben deswegen viel über ihre innenwelt. und fremde innenwelten seien der eigenen viel ähnlicher als fremde realitäten der eigenen realität. fremde realitäten seien interessanter. da kann was dran seien, aber sie steht eben auch auf diesen erlebnisberichte-kram.
dann wären da noch die bücher. in meiner jugend habe ich bücher gesammelt. egal, wie sie aussahen, habe ich sie aus handlungen, antiquariaten gekauft, gefunden, gestohlen, zusammengetragen und meine wände gefüllt. sie haben mir immer etwas ruhe gegeben. jetzt nicht mehr. ich habe erstens so viele davon, das ich mir nicht mehr getraue, neue zu kaufen. zweitens sind die dinger in der mehrzahl schäbigen aussehens. drittens sind sie oft sehr skurrilen inhalts (highlight: "das heilwissen der indianer"). viertens haben sie keinen nutzen. zwei drittel davon habe ich noch nicht mal gelesen und werde das auch nicht tun. wozu karl may und shakespeare? Wozu die Bismarck-biografie, wozu den parzival, die anaeis (nein jetzt nicht die porno-schriftstellerin, sondern das griechische zeugs)? wozu die göttliche komödie und was soll das mit moby dick? wem will ich damit was beweisen und wer wird das je lesen?
deswegen habe ich mit mir einen pakt geschlossen. zuerst wird das zeug zu hause gelesen. vorher gibt es kein neues buch. ist mir eins von meinen büchern zu langweilig zum lesen, fliegt es raus.

aber da ist auch ein haken: ich habe gerade überhaupt keine lust zum lesen. auch nicht zum filmschauen. noch nicht mal zum musikhören. Schluss mit dem Konsum? Boykott? Ist es das, was mein Gehirn will? nach 34 jahren Aufsaugens jetzt alles wieder ausspucken? aber wie soll das gehen, ohne konzentration, in der manie?
manchmal fühle ich mich, als währe die welt ganz dünn, aus papier, und würde gleich einreissen. ich warte auf den riss.
vielleicht fehlt mir auch die natur. in dresden kann ich nicht mehr einfach laufen und stehe im wald. da müsste ich etwas planen, eine wanderung. wie öde ist das denn. nein, ich will aus dem haus fallen und im wald stehen. dafür können mir alle kulturangebote getrost den buckel herunterrutschen.

meine psychotante sagt, alles was ich tue, hat einen sinn und das ich nicht wisse, was ich tun soll hätte den sinn, das ich keine fehler machen will. ich hingegen denke, das ich schleunigst etwas finden sollte, was mich nicht SOFORT langweilt. Vielleicht fordert auch das single dasein seinen tribut und ich werde kauzig. die biologie fordert ihren teil oder sowas. kümmere dich um nachkommenschaft. keiner weiss das.
und jetzt will ich es doch noch tun, ich will den wolf wondratschek zitieren, den mir c. in einer liedversion von sefid sout vorspielte. in ihrer riesigen, weiten wohnung hallte es:

"The ticket that exploded

Die große Nummer ist gelaufen
Du nimmst den letzten Zug
Dreiviertel acht
Nachhause in die Wirklichkeit
Doch da steht wieder dieser sonderbare Typ
Er schaut dich an
Und dir wird plötzlich klar
Die große Nummer war gelogen

Die große Nummer ist gelaufen
Du lehnst erschöpft am Seitenfenster
Dreiviertel acht
Nachhause in die Wirklichkeit
Doch da steht wieder dieser sonderbare Typ
Er schaut dich an
Und dir wird plötzlich klar
Der Bahnhof fliegt
Der Zug steht da
Die Schienen sind verbogen

Die große Nummer ist gelaufen
Er schaut dir zu wie's weitergeht
Dreiviertel acht
Nachhause in die Wirklichkeit
Er schaut dich an
Und dir wird plötzlich klar
Es funktioniert
Bleib hier
Dein Ticket explodiert"

Bleib hier. Diese zwei Worte sind der Schlüsselsatz. Ich muss es irgendwie schaffen, im hier zu bleiben.

Donnerstag, 6. März 2008

Urlaub auf Yucatan, Mexico - 2006 (Mails)

Anfangs: Bin gluecklich angekommen am Strand und hab natuerlich auch schon gebadet. Der Flug war schlimm, die totale Sardinenbuechse. Bin hier gerade im doerflichen Internetcafe. Wetter ist toll. 30 Grad und sehr feucht, zum Glück gibt es Ventilatoren und Eiskrem. Wir waren gestern auch schon in der Stadt Cancun und haben in der Mall eingekauft und auch nen Film gekuckt (World Trade Center ) englisch mit spanischen Untertiteln. dann war ich noch aufm Marktplatz abends wo sehr viele Mexicaner rumsassen und irgendwelchen Trachtentänzern zusahen. Ueberhaupt sitzen die abends immer draussen rum und verkaufen sich gegenseitig Tacos. Soweit so gut. das Haus meiner werten Gastgeber ist aufm Dorf. Lauter kleine bunte Haeuser wo auch die Haehne frueh kraehen, aber die andern Waldvoegel sind noch frueher. Piepen laut. Es wuerde dir hier bestimmt gefallen, alles sehr unkonventionell und viel zum gucken. Palmen und blaues Wasser allenthalben, kleine Kioske („Minisuper") und Shrimprestaurants mit Strandterasse.

Später: Also gestern war ich in Chichen Itza, die Pyramide besuchen. Ist aber nur eine ganz kleine Pyramide, 25 m oder so. Leider konnte man nicht drauf. Dann waren da noch so eine menge alte Steine, die ich alle fotografiert habe (sogar ein Observatorium fuer die Sterne) mit tollen Reliefs drauf. Es gibt auch ein Ballspielfeld da und man weiss noch nicht , wer da nach dem Spiel geopfert wurde, der Sieger oder der Verlierer. Zum Mittagessen gab es einen lustigen Volkstanz mit Flaschen auf dem Kopf. Im Dschungel fand ich es noch besser als am Strand, die Leute sitzen da in ihren Holzhuetten einfach im Wald rum und leben von Souvenirs. Die Maya sind niedliche kleine Leute. Natuerlich eine tolle Pflanzenpracht mit Gummibaeumen und Bromelien und auch irgendwelchen Drogenbaeumen, Bananen usw. Leguane latschen einem staendig ueber den Weg. Heute bin ich wieder am Strand aber es regnet gerade. Morgen soll es dann nach Coba gehen, Dass ist auch so eine Maya Staette mit einer groesseren Pyramide. Ich glaube danach ist mein Kulturbeduerfnis erledigt.

Noch später: Du fragst nach den geopferten Jungfrauen aber bisher haben wir noch keine geopfert, weil die sind so schwer zu finden. Ja so ein Wasserloch ich habe zwei gesehen, eins war trocken, in dem anderen waren Krokodile, die gewartet haben bis die Hunde baden gehen. Uebrigens habe ich auch ein Pferd gesehen, dass kreuz und quer durch die Strassen lief hier im Dorf. Manchmal kleben auch Gottesanbeterinnen am fenster... Ja nun war ich bei allen Pyramiden hier im Ort, auf die in Coba bin ich draufgeklettert und habe auf den Jungel runtergeschaut weil alles flacher Kalkstein und in Tulum war nur eine bescheidene Mayaresidenz am Meer, die ich mir auch vorstellen könnte, so als Wohnsitz. Gestern war Schildkroetenschluepfen hier am Strand in Cancun, was so wie ein Volksfest aufgezogen war, jedes Kind bekommt eine kleine Schildkroete und kann die zum Wasser tragen. habe aber vor Leuten nix gesehen...

Noch viel später: Also vorgestern war ich schnorcheln mit so einem Fischer sind wir rausgefahren, der gab uns Flossen und eine Holzleiter. die Fische waren sehr bunt, vor allem blau, die Korallen eher braun. Manche Fische waren auch gross oder gelb mit Zebrastreifen. Dann ist mir schlecht geworden und mein Gastgeber sagte zum Fischer, „Mit dem können wir keinen Krieg gewinnen.“ ("Con él no podemos ganar una guerra.")

Noch mehr später: Heute war ich in Xcaret, das war so ein Touristenpark mit so allem drin, Wellness, Zoo und Show. Da schwamm ich durch einen unterirdischen Fluss mit Schwimmweste. Es gibt da auch Stellen zum aussteigen und an einer drückte man mir unversehens einen Papagei in die Hand und zwei auf die Schulter und fotografierte mich. Die anderen Mitschwimmer hatten auch so Unterwasserkameras, womit sie ihre bleichen Stelzen unterwasser forografieren konnten. Wieder draussen, konnte man sich in Hängematten einwickeln und Palmen gucken aber ich ging schnurstrax zum Zoo und habe mir die Bienen ohne Stacheln angeschaut. Dann waren da auch Planschbecken mit lauter kleinen Schildkröten drin, die pennten, Flossen auf den Rücken, ratz. Und so waren da noch mehr Tiere, Seekühe, Kram. Dann war da auch noch so ein Begräbnishügel und ich musste feststellen, dass der Herr Frisch (Stiller) alles korrekt beschrieben hat. Später wurde es abends und eine Show mit jeder Menge Rabatz und auch dem Hüftballspiel, Pelote genannt.

Freitag, 29. Februar 2008

Im Ticketnirwana

"Blöde Situationen kannst du immer noch als Geschichte verarbeiten.", sagt N.
Also los gehts:

Es war ein mal die Deutsche Bahn. Ich habe da die Tickets online bestellt für die Angelica und mich, dass sie per Post geschickt werden. Meine Lieferadresse war leider noch die alte in der Kundenliste. Das habe ich aber erst nach Auftragsbestätigung bemerkt. Danach also schnell noch die Lieferadresse geändert. Da ich aber schon so meine Erfahrungen mit der Stupidität von Online-Bestellungen habe (ebay), weiss ich, dass die nur im Moment der Bestätigung meine Adresse aus ihrer Liste ziehen und das hinterher gar nix mehr geht (wenigstens hat mans bei ebay noch mit einzelnen Menschen zu tun). Also hab ich die Bahn angerufen. Die angegebene Servicenummer war nicht zuständig, wenigstens gab es eine Weitervermittlung.

Die nächste Callcenterfrau war auch nicht zuständig, so gab es noch mal, nein nicht eine Weitervermittlung, sondern nur eine Nummernansage. Ich keines Stiftes gegenwärtig, fragte, wo die Nummer steht, die lakonische Antwort war: "Nirgends".
Also merkte ich mir die Nummer, rief da an und die wiedernächste Callcenterfrau konnte endlich meine Aufträge einsehen. Klar gingen die an die alte Adresse. Ich: "Ändern sie bitte die Lieferadresse". Sie: "Das geht nicht, das ist schon raus, da komme ich nicht mehr ran". Ich: "Das gibts doch nicht. An dem alten Briefkasten ist nicht mal mehr mein Name dran. Soll ich da stehen und warten?" Sie: "Machen sie doch ein Schild da dran."

Ich: "Der ist in einer andern Stadt." Sie: "Da können wir Ihnen nicht weiterhelfen." Ich, beherrscht: "Vielleicht tuts ja ein Nachsendeauftrag. Auf Wiederhören".
Also bin ich zu Postsite und habe da einen Nachsendeantrag gestellt. Der läuft stur 6 Monate, drunter ist nicht,15 Euro Festpreis. Und der geht erst 5 Tage nach Antragstellung los. Nun konnte ich zwar hoffen, dass der Brief nicht vor 5 Tagen in Freiberg ankommt, aber die Realität handhabt das wohl lieber trickreicher, etwa so: Briefkasten stimmt nicht mehr, Brief geht zurück. Am nächsten Tag trudelt der Nachsendeantrag ein: Achso, da war doch gerade ein Brief für den?

Also rief ich noch mal an, diesmal die Deutsche Post: "Ich habe einen Nachsendeauftrag gestellt, der geht aber erst in 5 Tagen los, was, wenn vorher ein Brief eintrifft, wird der noch 7 Tage aufbewahrt? Wenn kein Name mehr am alten Briefkasten steht?" Callcenterfrau: "Nein, in dem Fall wird tatsächlich gar nichts mehr aufbewahrt, das geht sofort zurück." Ich: "Und wenn ich ein Schild an den Briefkasten mache?" Sie: "Haben Sie denn noch den Schlüssel dafür?" Ich: "Nein."
Sie: "Dann nütz Ihnen das gar nichts." Ich, eine Idee habend: "Aber der Brief geht dann doch an den Absender zurück? Die könnten mir den dann doch weiterschicken?" Sie: "Wer sind DIE?" Ich: "Die Deutsche Bahn." Sie, lachend: "Ja, klar können DIE das, rufen Sie doch mal bei denen an." Ich: "Klar, Aufwiederhören."

Nun zum letzten Akt, das Nocheinmalwählen der Nummer der Deutschen Bahn (immer noch im Kopf). Hoppla, jetzt ein Callcentermann. Ich: "Wenn bestellte Tickets bei falscher Lieferadresse zurückkommen, schicken Sie die an eine neue nach?" Er: "Ja, wir senden Ihnen eine Mail und Sie geben uns die neue Adresse." Ich: "Ich habe die neue Adresse schon in Ihre Liste gespeichert." Er: "Da mache ich eine Notiz an den Auftrag. Betrachten Sie das als erledigt." Ich: "Uff, na endlich, Vielen Dank."
Da habe ich also jetzt einen Nachsendeauftrag für meine alte Wohnung in Freiberg. Vielleicht kommen ja jetzt sogar meine Telefonrechnungen bei mir an.

Montag, 25. Februar 2008

F. erzählt

Ich war heute abend in Freiberg zu Besuch. Mit D. und G ging ich ins "Little Cesar", eine urdeutsche, rustikal hölzerne Pizzeria.
Ich bestellte mir eine Schokolade, die mit dickem Sahnehäubchen warm angezogen war, ein Wasser und Spaghetti mit Meeresfrüchten, in der Realität ein aufgewärmtes armes Häuflein mit angebackener Sauce. Der Koch hatte wohl auch ein Faible für Chili (ich nicht, nur wer nicht kochen kann, macht auf scharf). Die warf er in alle Gerichte und ich mochte gar nicht wissen, wie die Speisen schmecken, die er mit dem Zusatz "scharf" versehen hatte.
Später kamen F. und C. noch dazu. F. mag Fussball und Urlaube in Skandinavien. Im Winter.

"Das Zwickauer Sadion ist das letzte. Neben dem Spielfeld haben sie Löcher reingesprengt für die Flutlichter und nicht ordentlich wieder zugeschüttet. Nun hast du da also diese Löcher. Hinter dem Spielfeld ist Acker da stehen die Plattfüsse. Bei denen haben nur die Hunde ihren Spass, beim herumrennen. Die Zwickauer können uns Chemnitzer ja nicht leiden, weil wir ihre Tribüne zerstört haben. Bei einem Spiel haben die mit 20 Chemnitzern gerechnet, es kamen aber locker mal 1000, da war Spass im Glas. Als Chemnitz ein Tor geschossen hat gerieten die alle in Schwingung, da ist dann einer nach dem anderen eingebrochen. Die Zwickauer haben dann Raketen in den Chemnitzer Block geschossen, worauf das Spiel unterbrochen wurde. Das hat denen zwei Geisterspiele ohne Zuschauer eingebracht. Pößneck ist auch ein schönes Stadion. Da laufen die Spieler nicht aus dem Tunnel oder dem Vereinsheim ein, sondern aus der Gartensparte."

"Den Urlaub haben wir bei einem ehemaligen CFC-Spieler gebucht. Der ist leider ausgeschieden, als das mit dem Geld beim Fussball losging, war er 35 und hat ein Reisebüro eröffnet für so Kaputtenreisen. Der hat uns ein Ferienhaus bei Lillehammer rausgesucht, das steht nicht im Katalog. Nur im Internet und da auch ohne Bild. Aber wir haben uns gesagt, was solls. Als wir in Schweden waren, hatten wir ein Haus mit Gasherd. Uns war nicht klar, was das bedeutet. Wasser aus dem Ziehbrunnen und das Klo 100 Meter draussen im Wald, wo dir der Bär beim Sitzen die Tatze auf die Schulter legen kann. Im Winter. Und keine Elektrizität. Da haben wir gelernt, das man mit Kerzen so eine Hütte ganz schön warm bekommt.
Ja als wir dann in Norwegen im Dorf angekommen waren bei der Tankstelle, war der Schnee 1.20 hoch und 5 Grad Minus. Die Leute haben dort den Minischneepflug angeworfen und wir sind mit dem Renault Megane hinterher. Rechts und links der Schnee wie eine Mauer, die Strasse gerade so breit wie ein Auto, da hatten wir unseren Spass mit der Abstandselektronik. Das Haus war dann ein altes Herrenhaus, ein bischen verfallen, deswegen kein Bild. Fünf Wohnräume, drei Schlafzimmer und Holzöfen. An den Wänden waren noch richtige Kerzenhalter angebracht. In den Schlafräumen oben waren früh die Eisblumen von innen an den Fenstern, so zachkalt war das. Aber die nächste Sauna war nur 3 Kilometer weit weg, da konnten wir uns aufwärmen.
Wir haben auch eine schöne modrige Wurzel für den Ofen gefunden, aber es gab kein Beil und die Säge war stumpf, dann musste die Ofentüre eben offenbleiben und die Wurzel Stück für Stück rein.
Und in einer Stabkirche waren wir, hinter uns ging kraaak die Türe zu. Wir haben dann erst später auf den Fotos gesehen, wie sie von innen aussah, wegen dem schlechten Licht.
Dann sind wir Ski gefahren. Norweger erklären alles zur Piste, egal ob dort Bäume stehen. Und da wird die auch nicht geebnet. Ich bin dann auch in so einem Baum hängengeblieben, was auch gut war, weil die Abfahrt ging so (zeigt 45°).
Norweger mögen nachts Ski fahren (naja bleibt auch nicht viel anderes übrig), das haben wir ausprobiert. 3 Pisten waren beleuchtet und 5 waren geöffnet. wir sind im Licht runter gefahren und dann sagt K., wenn wir weiter geradeaus fahren wirds dunkel. Das ging sogar gut, erst als es wieder licht wurde, bin ich hingefallen, und nicht auf den Rücken, sondern auf den Bauch, wo man so schlecht bremsen kann. Und norweger müssen überall Schanzen hinbauen, da springen schon die Stöpsel runter. Die siehst du gar nicht (die Schanzen). Nur fehlt dir dann auf einmal ein Meter zum Boden. Ja, das war lustig, das machen wir wieder mal."

Genau, das machen wir wieder mal. Mit scharf.

Samstag, 23. Februar 2008

Früher Frühling

Die Neuigkeit ist die, dass die Angelica aus Mexico im März zum Besuch einschneit. Der Chef hat ihr den Urlaub dahindiktiert, so knapp, sie konnte gerade noch den Flug buchen. Jaja diese Ausbeuterstaaten. Nun werde ich sie also im weltbekannten und berühmten deutschen Winter herumführen, wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht gibt es sogar Matsch und Niesel (Sarkasmus).
Naja wir werden nach Berlin und Prag fahren und Dresden ist ja auch ein Kulturprachtstück.
Auf der anderen Seite bin ich auch wirklich froh, dass sie jetzt schon kommt, denn im Februar ist meine Laune meist auf dem Tiefpunkt und da tut so eine Aufhellung gut. Ich werde schnell noch meine Gerümpelbude für den Damenbesuch aufräumen, die Kulturangebote studieren und so.
Ich bin überhaupt kein Planer. Meine Meinung ist, man entscheidet es und dann macht man es.
Was in zwei Wochen ist, ist mir nebulös. Nicht, das ich diese Zeiträume nicht gern bändigen würde, manchmal. Ich merk grad ,es ist drei ist und dass ich hier Käse schreibe und setze das im wacheren Zustand fort.

Also meine Arbeit: ich knibbere Metalle auseinander. In einer Handschuhbox (haha nicht -fach). Das ist ein Kasten, gefüllt mit Argon, denn Sauerstoff ist ein giftiges, gieriges Gas. Argon ist genau so blass und schüchtern wie Helium, bloss mit umgekehrter Schwerkraft: der Ballon steigt nach unten. Mit einem Kabelschneider schneide ich Zinkkugeln und Magnesiumstückerln und Aluchips. Das Magnesium springt am besten in der Gegend herum, nur deswegen schneide ich in der Box, da finde ich die Teufelskerle wenigstens wieder. Die fülle ich dann in kleine Patronenhülsen und verschweisse die. Die Hülsen wiede tüte ich in eine Glastüte, das sie im Ofen nicht frieren können. Dort kommt es dann zur grossen Vereinigung, menschliche Liebe ist nichts dagegen, nein, auf atomarer Ebene. Das ist es im grossen und ganzen. Knibbern und Schmelzen, dann wieder aufknibbern und röntgen, die Legierungsracker, ob auch nichts gebrochen ist. Cooler Job, huh?

Ach ja, es wird nun schon im Februar Frühling, wir haben mal wieder 15 Grad gehabt und die Krokusse blühen bereits. Gogo global warming!! Das nur wegen der Überschrift.

Sonntag, 10. Februar 2008

Wie ich denke

Aus Gründen besserer Kommunikation bat N. mich, darüber nachzudenken und ihr nachzeitlich zu offerieren, wie ich denke, die Bahnen, die Muster, die Phasen.
Das ist doch mal etwas interessantes.

Beginnen wir mal mit der untersten Schicht, der Persönlichkeit, wie sie so genetisch angelegt ist. Grundlegend bin ich ein sehr fröhlicher, schelmischer, kontaktfreudiger Mensch, Sonnyboy usw. Dem gegenüber steht eine erlernte Ernsthaftigkeit, Traurigkeit und Misstrauen.
Aus der zweiten Komponente hat sich die nüchterne, analytische, alles an sich raffende Ratio entwickelt, denn man hatte gelernt, alles unrationale und unbekannte bedeutet potentielle Gefahr. Die Ratio ist ein Vielfrass und lässt dem lustigen Burschen wenig Platz, platt an die Wand gepresst muss er kräftig treten, wenn er mal was sagen will.

Daher auch folgende Strukturen, der Dicken gehorchend: nicht greifbares wird als nicht vorhanden eingestuft.
Gefühle werden begründet, ordentliche Strukturen werden als beruhigend empfunden.

Damit kommen wir zu den Phasen bzw. Modi: der Frohsinn-Modus. Dieser Modus beruht hauptsächlich aus Intuition und Gefühl. Rationelles wird eher verballhornt oder als Klugschwätzerei gewertet. Lässt der andere nicht locker, wird auf den Sachlichkeitsmodus zurückgeschaltet.
Der Rationalisierungsmodus wird immer dann eingeschaltet, wenn etwas als nicht angenehm eingestuft wird oder Spass aus Erkenntnis gewonnen werden kann. Dann versucht man, durch Ordnung und Versachlichung, Abstand und Einsicht zu gewinnen. Denn man hat erkannt, mit Intuition kommt man nicht weiter (eigene Grenzen).

Der meditative Modus (ein Über-Modus bzw. mein Hauptmodus) beinhaltet angenehme Gedankenleere, innere Ruhe, aber auch Phantasien, Gedankenspiele, Selbstbelustigung, musikalische Variationen fernab der aktuellen Realität. Er ist entstandem, weil ich als Kind oft gelangweilt und allein war. Dieser Modus verstärkt sich selbst, je länger er dauert. Störungen beim Tagträumen werden als sehr unangenehm empfunden, besonders abrupte Störungen münden in Depression, Aggression und Beleidigtsein. (äusserlich unbegründet). Dieser Modus ist verknüpft mit dem assoziativen und dem Gedankensprung-Modus:

Phase unzusammenhängenden Denkens und Handelns, Aufgaben werden chaotisch erledigt, vieles nebeneinander, unkonzentriert, schlamperig. Hilfe wird hier dankend angenommen, aber unter Vorbedingungen s.u.

Panik & Depressionsmodus (sehr) stark meditativ: Einkapselung, tagelange Gedankenleere, einzelne Gedankengänge, Bilder und Melodien dominieren. Einzige Hilfe: echte Fröhlichkeit, Witze, intellektueller Reiz, Lob.
Unproduktiv sind Hilfsangebote mit ausblick auf negative Folgen (erzeugt mehr Panik), gute Ratschläge (erzeugen Sarkasmus und Fremdhaftigkeitsgefühl), Einforderung von Funktionstüchtigkeit (das klappt doch sonst immer so gut): Gefühl des Unverstandenseins. Hier gibt es ein Problem: Ich kann mich nicht gut verteidigen. Widerworte sind nicht viele in meinem Programm. Ich nehme dann eher innerlich Abstand. Folgt der andere dann nach und dringt in mich, gerate ich in Panik.
Wie man sieht bin ich ein introvertierter Typ.

Wie bekommt man meine Aufmerksamkeit: in dem man mir einen intellektuellen Anreiz verschafft und meinen Humor anspricht. Auch wenn es um ernstes geht. Diese Startphase dient praktisch dazu, mich aus dem "Meditationsmodus" aufzuwecken.
Wie behält man meine Aufmerksamkeit: in dem man mir einen Überblick verschafft, welche Themen werden angesprochen, warum und wie lange.

Wie weckt man mein Interesse für schwierige Themen: indem man mir die Schwierigkeit vor Augen führt, das muss aber gut ausgeklügelt sein, also die Schwierigkeiten an sich müssen durcherklärt sein. Dann wird mein Jagdinstinkt geweckt.
Wie verliert man mein Interesse : ungewollt, ich meine das Thema durchschaut zu haben und beschäftige mich nicht mehr damit. Ich schalte ab, lasse den anderen aus Höflichkeit aber ausreden, damit er hoffentlich zu den selben Schlussfolgerungen kommt wie ich. Merkmal: ich schaue abwesend, bin nervös.
Abhilfe ist da häufiges Fragen: wie siehst du das und erkär mir das.
Bei längeren Reden soll man die Schlussfolgerung und Motivation vornanstellen (oft kann damit schon das Thema abgeschlossen werden
Bei Übereinstimmung besteht bei mir kein weiteres Redebedürfnis.

Mir unwichtige Themen sind in meinem Kopf oft schon durchdacht und auf wenige Sätze reduziert. Dabei habe ich Unbehagen, längere Erkärungen dazu abzugeben und Schwierigkeiten, lakonisches weich zu verpacken. Auch hier: wichtige Aspekte und Neues vornanstellen, Erwartungen eingeschlossen.
Wichtig: Unklare und gemischte Forderungen erzeugen Chaos in meinem kopf. Ich schalte dann ab oder werde unwirsch oder frage wiederholt "Und was bedeutet das genau?"

Unklare schlechte Gefühle sollten vor mir nicht überspielt werden. Ich gehe davon aus, dass sich die Person fühlt, wie sie sich gibt. Mein Mitgefühl kann man ansprechen in dem man sagt, dass man sich nicht gut fühlt, da ich oft auch nicht so einfach mitbekomme wies dem anderen geht. Dann das Problem gemeinsam lösen wollen und auf Forderungen verzichten: Du musst (ich muss nämlich gar nichts) auch auf negative Ausblicke verzichten: "sonst werde ich" (dann mach doch). Sondern erstmal das Gefühl und damit zusammen hängendes herauslassen (manchmal ist etwas ganz unerwartetes der Auslöser und nicht der andere). Dann kann man einen Vorschlag bringen oder um einen Vorschlag bitten (Wichtig: als Bitte formuliert) wenn ich damit noch nichts anfangen kann, unterstützend wirken (komm wir machen gemeinsam einen Plan).
Meine Plan- und Gesprächsstrategie ist kooperativ, deswegen kann ich mit Wegwischargumenten nichts anfangen: "Das taugt doch nichts." Darauf folgt prompt: "Was genau taugt daran nichts?" Ich denke, jeder Vorschlag setzt sich aus Puzzleteilen zusammen, grösstenteils wechselbar sind, so dass ein gutes Patchwork daraus entstehen kann.
Ich kann mich auch schlecht entscheiden. Meine Auswahlkriterien sind sehr kindlich geblieben, nicht gut entwickelt. Deswegen mache ich gern, einfach was mir in den Sinn kommt und ärgere mich später.

Dienstag, 15. Januar 2008

Operation impending doom

So, das waren zwei wochen ferien für die lesedurststrecke. es ist viel passiert und das habe ich alles schon wieder brav vergessen. ich habe kein kurzzeitgedächtnis und ins langzeitgedächtnis schaffen es nur auserwählte äh, dingsdas. ach ja ich wollte was über planung schreiben. die planung des unglücks. nur kurz. ich habe mir so ein buch gekauft "feeling good", über verhaltenstherapie und auch was im inet gelesen über nlp. da steht: unglück ist kein zufall, auch unglück ist geplant. also nicht jetzt von der zarten schicksalsgöttin oder was, sonern von solo höchstselbst, also mein unglück jetzt, herrgottnochmal. dafür braucht es strategien. eine strategie ist Prokrastination, was jetzt nichts schweineartiges ist, sondern schlicht das gute-alte-vorsicherschieben-bis-der-haufen-platzt. das mache ich gerne. zweite strategie ist die negative weissagung: "das wird nichts". und die dritte strategie (und ich bin sicher deren gibt es noch mehr)dinge zu tun, die einem keinen spass machen. warum man das macht? aus höflichkeit oder weil einem langweilig ist. dabei ist langeweile selbst keine unglücksstrategie! deswegen leute, fleissig den schreibtisch abarbeiten und nachdenken!

was auch gut ist, ist selbstmitleid. selbstmitleid (hat mitleid) ist eine droge, so.
but the drugs dont würg, sagt der sachse.

ah, ja ich wollte auch von meinem hypochondrismus erzählen. ich hab mir schon einige krankheiten eingebildet, angefangen hat es 2003 (das heisse jahr) mit einem herzinfarkt. es folgten lungenkrebs,lymphknotenkrebs, bauchspeicheldrüsenkrebs, nieren- und leberkrebs, psittakose, schizophrenie, muskelschwund, rheumatismus, diabetes, gelbsucht, augenkrebs, parkinson, demenz, hirnhautentzündung, multiple sklerose und hundebandwurm. vielleicht fällt mir später noch was ein. eindeutig habe ich schon zuviel medizinkram gelesen. alle krebsbroschüren und alle als-broschüren habe ich gelesen, jawohl.

tja was soll man auch tun, wenn der körper psychosomatisch herumspinnt. etwa daumendrehen? aber besser net son kram lesen.

tja, was soll ich noch erzählen? ich geh zur massage. da liegt man auf dem bauch und guckt durch ein loch "hervorragende perspektive" und durchknuddeln. danach die fangopackung "ist am angang kalt". in der kabine nebenan liegt die eine oder andere bankerin, auch so halbnackig und erzählt aus dem nähkästchen (also nicht, das ich jetzt glaube, das sie eins hat). dann bekomme ich einen besen in die hand und muss anspannen. wer jetzt also gerne erwachsenen befehle erteilt und halbnackigen bei unwürdigen stellungen zusieht, noch besser, herabsieht, sollte unbedingt physiotherapeut werden.

manchmal bin ich ein snob und fahre per taxi zum termin. macht ihr das auch? also ich hasse zu spät kommen. jetzt, wo ich ein bische geld verdiene, kann ichs einfach drauf anlegen. entweder die bahn kommt. wenn nicht, zeige ich dem schicksal den stinkefinger. taxi geht immer. das mit dem eigenen auto erzähle ich später.

tja arbeit. ich habe mal kurz den booster eingelegt und bin auch gelobt worden.
so, nun muss der herr hypochonder aber dr. house gucken gehen. bis denne.

Sonntag, 6. Januar 2008

Mexico Stadt, Urlaub Sept. 2007 - 4

Hallo , da bin ich mal wieder aus Mexico Stadt. Also, was ist in den letzten Tagen passiert: Zuerst einmal war ich im Zoo. Und da ist der Eintritt FREI. Auch Sonntags in allen Museen (Schäm dich, Deutschland). Da hatten sie einige aussergewoehnliche Tiere, so 4 Pandas, die sich den Rücken kratzten, Yaks und Wuestenfuechse (kleiner gelber Wüstenfuchs, hehe). Und auch wieder ein Schmetterlingshaus, hachnee, wie schön. Ich hab mich erst mal gewundert, warum da: "Nicht Rennen!" stand, bis ich versucht habe, die Racker vor die Linse zu bekommen. -Bleibst Du sitzen! Tsss. Nah!-
Tags darauf bin ich die Runde mit dem Turibus durch den Grosstadtsmog gefahren, das erste Mal, das ich in so einem Doppeldecker durch eine Stadt gehirscht bin. Da auf dem Sonnendeck, das ist nur für Hartgesottene. Die Sonne fritiert dich und das Ozon gerbt deine Lunge, bis du alles lila siehst. Abends dann war ich mit der Angelica in einem Kindermuseum, aehnlich wie wir das in Dresden im Hygienemuseum haben mit vielem Zeug zum druecken und herumspielen, z.B. Riesenseifenblasen (platzen beim Drücken), Papalote heisst das. Tja und dann ging es per Bus in eine bildhuebsche Krankenhaus Kleinstadt am Rande der Stadt mit vielen alten Gebaeuden, farbenfrohen Anstrichen und engen Gassen (die "Kussgasse" ist so eng, das Körperkontakt unvermeidlich ist), etwa Meissen auf mexicanisch. Oder Freiberg, weil da auch Erzkanzlerwagen herumstanden (Sogenannte Grubenhunde, wie der Fachmann weiss). Auch einen schönen Markt hatten die da, mit Puppen, Hueten (und Puppenhüten) und Tortillaschachteln, was der Tourist eben so braucht. Das musikalische Program besorgte der oertliche Studentenverein, sehr humorvoll, so mit Spasseinlagen. Wie das die Anwohner finden, so oft beschallt zu werden, weiss ich nicht. Ja, war aber mal was anderes. Eine wirklich tolle Stadt, dieses Guanajuato. Das Umland hier ist wenig reizvoll fuer den deutschen Wandersmann, nur ganz wenig Bäume, eher Gras, Büsche und Kakteen + reichlich Sonne. Aber vom Bus aus nett, auch die Agavenfelder fuer den Schnaps, ja. Da weiss man doch, das fuer alles gesorgt ist .

Als nächstes gings noch mal in so ein Kuenstlerviertel hier, natuerlich auch mit Markt, wo man die Werke erstehen kann (unter uns gesagt: von hierher wird der naechste Gogh nicht kommen ). Ja, auch Indianertaenzer, die einem die Absolution per Raeuchertopf erteilen koennen. Das Viertel (Coyoacan) erinnerte mich eher an Californien, alles kleine Betonhäusle mit Gehsteigen und Bäumsche drumrum. Da gibt es auch einen beruehmten, nun ja, Coffeeshop, da stehen die Leute bis um die Ecke an, nur fuer nen Becher Kaffee! Muss wirklich gut sein. In einem Antiquariat erstand ich: "Das Hausbuch deutscher Lyrik" von 1910 fuer 3 euro (haben Sie unbedingt immer etwas deutsche Lyrik im Haus, die Nachbarn leihn das gerne aus!) Ja und nun mach ich erst mal einen Ruhetag, sprach der Herrgott, öh ja. Postkarten erstehen und ausfuellen usw.

Mit dem Essen ist es wirklich so, ich tippe einfach irgendwo drauf, wo nicht Torta (der Doener, man erinnere sich) oder Mole (eine braune Masse, die nach einer Mischung Pappe, Bohnen, Kaffee und Chili schmeckt)draufsteht und schon kommt ein Ueberraschungsmenue.
Langsam sehne ich mich auch schon wieder nach trinkbarem Wasser aus dem Henne Hahn, Amseln Ampeln und funktionierenden Toiletten, ach ja und keine Flugzeuge, die nachts halbstuendlich ueber das Haus fliegen (O-Ton: fuuuuuuuuuuuiiiiiiiiiiiiiffffffff), falls ich das noch nicht erwaehnt hatte.

Ja und dann war ich noch im Kastilio von Kaiser Maximilian und seiner Charlotta (oh, du lieber Kunstschatz!) und im MAP (Museum fuer populaere Kunst) , wo ich eine Catrina (für Europäer eine irritierend morbide Vereinigung aus Lebensfreude und Gerippe) für den heimischen Kaminsims kaufte und im Palast der schoenen Kuenste, der sehr gut aussieht und in den ich gern einziehen wuerde, als Maximilian XL. Davor tummeln sich Polaroidfotografen, die das Digitalzeitalter verschlafen haben und dem entsprechend verhaermt aussehen. Gleich nebenan die Post, so ein Monumentalbau der ganz ehrfuerchtig macht. Innendrin auch alles handgedengelt aus Vorkriegszeiten von italienischen Kunstschmieden. Also die güldenen Gatter, hinter denen die Angestellten sitzen. Und da darf man den Sozialismus lateinamerikanischen Lebensstil in seinen schoensten Blueten erleben, weil es fuer jeden Quatsch einen eigenen Schalter gibt (fuer Briefmarken gleich zwei, weil einer ist fuer Sondermarken, klar), der halbstuendlich von einem der Angstellten frequentiert wird, die nur 2 Meter weiter am Sekretär sinnierend stumm und taub die Kunden missachten.

Und bei der Frida Kahlo in ihrer Wohnung war ich, die samt ihrem Mann Diego Riviera eine beinharte Kommunistin war (er mochte Lenin, sie Stalin mehr). Da brauch man sich nur mal das Wandgemaelde von Riviera im Kunstpalast anschaun, jawoll. Ja, das Wohnhaeusle ist recht klein und blau und es gibt da fast keine Gemaelde oder so was zu sehen, eher persoenliche Dinge und ein paar Bleistiftskizzen. Uebrigens, wenn man den Satz "ésta no es la entrada, ésta es la salida" im Museum mal hoert, nicht wundern, sondern einfach dahin gehen, wo der Aufpasser hinzeigt.
Die Angelica hat mit mir auch in saemtlichen wichtigen gastronomischen Einrichtungen der Stadt diniert, auch zwei so Nobelrestaurants, in denen ich mit meinen 15-Dollar-Jeans extrem deplaziert aussah. Aber die Kellner sehen nur das Geld, wie sich das eben gehoert. Man will ja nicht zufaellig einen exzentrischen Milliardaer vor die Tuere setzen. Ich hab immer Fisch gegessen, weil Schweinsfleischbatzen gibt es zu Hause dann wieder genug. Waehlt man im mexicanischen Nobelrestaurant einen billigen Wein, schmeckt der auch so (etwa Marke Amselkeller). Also nicht auf den Geschmack des Hauses verlassen. So, bis denne.

Mexico Stadt, Urlaub Sept. 2007 - 3

Hi, wieder ein Tag rum, recht unspektakulaer und deswegen erstmal ein paar Kleinigkeiten. Heut frueh habe ich meine ersten Geckos gesehen, die klein und braun den Baum hoch krauchten. Dazu genoss ich einen frisch gemixten + gepressten Orangen-Bananen-Honig-Saft. Dann noch die Beobachtung, dass die Mexikaner Meister des Nebenherverkaufs sind. Die brauchen im Prinzip gar keine Laeden. Schreibmaterial wird im Restaurant verkauft, CDs im Bus (von Verkaeufern, die Lautsprecher umgeschnallt haben), Handtaschen und Rucksaecke im Park, auch Uhren usw., Moebel an der Strassenkreuzung (also Stuehle und so). Das Auto wird, so kaputt, gleich am Bordstein repariert, man/frau kann derweil schön drinnen sitzen bleiben.

Ja und dann kann man natuerlich noch die gruenen Kaefer erwaehnen (Taxis), bei denen der Vordersitz herausgerissen ist, damit der Fahrgast beim Dreituerer besser einsteigen kann. Trotzdem koennen 4 Fahrgaeste mit und anschnallen ist fuer Feiglinge. Ach habe ich schon erwaehnt, das die Autos beim Abbiegen nicht blinken?

Tja, was kann man noch sagen: Die Strassenfuehrung ist so ein bischen wie die Winkelgasse oder den Hogwarts-Express zu finden. Es gibt kein rechts und links mehr, sondern sowas wie Sued-Sued-West und so weiter. Tueckische Gabelungen verschlingen den erschrockenen Touristen allenthalben und spucken ihn eine halbe Stunde spaeter da aus, wo er herkam.
Das Hotel ist auch ein Abenteuer: gestern musste ich in den Klokasten greifen, um den Spuehlungsstoepsel festzuhalten. Ja, lach du nur....

Intermezzo: Die drei Arthurs
Also weiter wir haben hier 3 gleichaussehende Surfertypen (blond, 1,90), die ich alle einfach mal Arthur nenne. Der eine hat einen Wecker: (im Achtbettzimmer!) dabei, so einen der immer lauter wird. Der geht immer halb acht los. Dann drueckt der Arthur auf Schlummer....ach suesser Schlummer... dann geht das Ding, mit teuflischer Präzision, wieder los usw.
Die anderen zwei sind Englaender. Die quatschen immer bis 6 Uhr morgens und diese Nacht haben sie sogar das Alphabetlied gesungen (nicht schoen, aber laut). Danach kommen sie in den Schlafraum, um weiter Gespräche oder Selbstgespräche zu halten, in Falle dessen einer von beiden schon schläft. Wenn sich Arthur 1-3 nicht grad gern vor den Maedels selbst reden hoeren, chatten sie im internet. Vor die Tuer gehen sie jedenfalls nicht (?) Da koennen schon manchmal alttestamentarische Gefuehle wach werden. Naja und die Teens und Twens feiern natuerlich jeden Tag, den sie frei von ihren Eltern haben, mit ordentlich Bier und Schnaps, jawohl. Ist ja auch richtig.

Weiter im Hauptteil:
Die Tauben sind in Mexiko ganz klein und hellbraun, auch sehr niedlich. Mein Name heisst hier: lecker (muy gusto, sagt die Kiosktante mit den leckeren Saeften) oder reich. Das ist natuerlich immer einen Spass wert. Die Saftfrau macht die Drinks mit Saftpresse und Mixer. Dann kippt sie das Zeug in den Becher und man muss abtrinken. Nun kippt sie den Rest hinterher und macht den Deckel drauf.
Also heute war ich nur im anthropologischen Museum, habe mir Masken und Statuen angeschaut und meinen persoenlichen Fotokatalog erstellt. Fuer jeden, der obskure Kunst mag, ist das Indianerzeug ein Muss. Das war schon das Tagesprogramm und nun ist das Geld alle, aber Gott sei dank gibt es ja Western Union. Morgen schau ich mir mal den Marktplatz an, und der TURIBUS wartet ja auch noch auf mich.

Nachdem ich gestern nur eine tuete Chips zu essen hatte gab es heute wieder Eier, Speck und Bohnen im "Cafesito de Paris". Die Kellner hier scheinen um das Geheimnis guter Verdauung zu wissen, denn das Essen ist zwar sehr schnell da, aber die Rechnung bekommt man fruehestens eine halbe Stunde nach Ende der Mahlzeit. Da hilft auch kein Betteln (naja das ist geflunkert, ok). Mit 200 Pesos muss der Chef auch schon mal um die Ecke wechseln gehen. Ich habe auch noch was andres heraus bekommen: wenn man ordentlich Trinkgeld gibt, wird der Tisch das naechste mal reichlicher gedeckt. Heute bekam ich naemlich einen Orangensaft und ein Croissant extra.
Busfahren, da bin ich jetzt schon gut drin! Tja heute war ich auf dem Markt, wo der uebliche Plastikkram aus China vertickt wird. Es gab aber auch Hakenkreuzflaggen. Zwei imposante Kirchen standen da auch rum, sowas wie der Petersdom fuer Mexico, schief stehen die wie der Pisaturm, weil der Boden darunter ja sumpfig oder das der Fluch der alten Indianer ist (gleich mehr dazu), deren Tempel fuer die spanischen Bauten entsteint wurden. Da meine Batterien leer waren, kaufte ich neue fuer den Fotoapparat, nur um festzustellen, das sie mir wiederum leere verkauft haben. Ein Geldmachtipp! Als echter Depp habe ich das natuerlich zweimal versucht. Danach gings zum Templo Mayor der Mexica-Indios.

Also frueher war das alles Montezumas Reich, weiss man ja. Die Leute haben wie in Venedig eine Stadt in einen See hineingebaut, indem sie Baumstaemme in den See rammten und dann Erde + Steine reinfuellten, natuerlich ist das auch immer wieder abgesackt. Und Totenschaedelmotive ueberall. Die Ruinen kann man uebrigens nur sehen, weil der Boden sich hier (anders als bei der Kathedrale) wieder gehoben hat. Schoenes Museum auch anbei. Als ich wieder draussen war, hab ich zwei Typen gesehen, die sich mit Guerteln verpruegelten.

Also ein junger Typ verfolgte einen aelteren, der sich zu wehren versuchte. Ich stelle mir vor, dass der Juengere ein Schuhputzer war, der um seinen Lohn betrogen wurde :D Danach ab in ein Restaurant mit orakularer Kohlrabisuppe, in der etwas herumschwamm, was wie ein gekochter Huehnerhals aussah. Der uebliche Mariachi schwob auch bald zur Stelle, welcher mich mal wieder davon ueberzeugt hat, das es nicht genuegt, beim Gesang nur die Toene zu treffen. Die Stimme muss auch angenehm sein. El Cantate klang so formumrundet wie Senor Technokermit. Er konkurrierte mit einer Flex und einem Boschhammer aus dem Obergeschoss, wo noch gebaut wurde. Das Betteln haben sie aber hier auch drauf.

Auf dem Rueckweg kaufte ich mir noch ein Bier, was hier verschlossen wird und nur auf Anfrage herausgegeben. Dann fiel mir noch ein Taxifahrer auf, der seinen Kaefer ueber die Kreuzung schob... war fuer kurze Zeit im Regen auf einer Verkehrsinsel gefangen, umbrandet von der Blechlawine... und kam dann durchweicht zurueck zum Hostel.

Mexico Stadt, Urlaub Sept. 2007 - 2

Tja, also heute Morgen war ich aus Spass bei drei Banken, die alle abgelehnt haben, mir neues Geld zu geben. Merke, um so groesser der Laden, um so hoeher die Wahrscheinlichkeit, dass was rausspringt.
Danach bin ich ein paar Springbrunnen abgeklappert. Das Fruehstueck bestand aus Broetchen mit Eiern + Creme Fraiche + aufgeweichte Tacos. Very besser als gestern. Vorgedrungen bin ich bis zu einer art Siegessaeule mit Engel drauf. Zu dessen Stufen war ein Konzert oder so. Sah irgendwie auch aus wie eine Vereidigung, so militärisch, keine Ahnung, dann bin ich ueber Gassen usw. in die Zona Rosa gekommen, was aber kein einschlaegiges Viertel ist, sondern eine Einkaufsmeile (weil in diesem Fall rosa für Hoffnung und nicht für sekundäre Merkmale steht) und ich kaufte eine Tuete Mangos in Limettensaft. Schooeeen bunt und kitschig dort. Dann war ich aber schon 16.00 uhr mit der Angelica verabredet (die Stadtfuehrerin). Die hat eine Katze und einen Hund, die sich vertragen (naja fast)! Die Katze schmiss mehrmals den Hundenapf um und der Hund wollte an das Katzenfutter. Naja, dann haben wir Musik getauscht, also hab ich nun ein paar spanische Songs. Die Wohnung ein Muster an Urbanität: ein Fenster geht auf die Strasse raus (oder in Deutschland würde man das Bundesstrasse nennen) , das andere nach hinten ins Treppenhaus. Dann hatse mir gezeicht, wie man Bus faehrt, naemlich ganz fortschrittlich mit aufladbaren Magnetkarten (kein rueckschrittliches Stempelpapier). Die Busstationen sind so Verschlaege mit Drehtueren und Oeffnungen fuer die Bustueren, kurios! Dann gab es vegetarisches Essen, Rotkraut in Tacos (so schmeckte es). Weiterhin erhaschten wir einen Vorausblick aufs Stadtteilfest, lauter Mexicaner haben sich gegenseitig Schnurrbaerte, Huete und Troeten verkauft (wichtige Feierutensilien) ich erstand zumindest einen bescheidenen Schnurrbart. Leuchtreklamen und riesenraeder allenthalben. Auch tolle Kolonialarchitektur. Bei einem Bier klang der Abend aus, auch Fotos hab ich natuerlich gemacht.
Morgen fahr ich zu den Pyramiden und an den Abend will ich gar nicht denken.

Fruehs bin ich also zu den Pyramiden gefahren, also wir waren zu viert, ein Julio, ein Jesus (die mexicanische Ausgabe von Dieter Nuhr), die Angelica und ich eben. Nach 2 h verwirrender Kreuz- und Querfahrt mit allen erdenklichen Verkehrsmitteln kamen wir aufs Land, wo das Ausgrabungsfeld mit den zwei grossen Pyramiden ist (eine ist groesser als die Cheops). Das Ausgrabungsgebiet ist "ein weites Feld" mit vielen Plaetzen, Weinkellern und Haeusern, sogar ein Kinderspielplatz mit interessanter Konstruktion: er war als Grube in die Erde eingelassen, das die Kleinen nicht rauskrabbeln konnten. Heute krabbeln Archaeologen und Schlangen darin herum.
Nach dem man diverse Kitschverkaeufer abgewehrt hat, kann man auf die Sonnenpyramide steigen, was ganz schoen auf die Beine geht, aber den ausblick aufs Tal wert ist (so Wolkenschatten, die ueber braune Huegel wandern). Natuerlich hier null Jungle, mehr so mannshohe Agaven, Kakteen und Joshuabaeume. Oben dann ein bischen verweilt, runtergeschaut, Fotos fuers Album, Luft holen und dann abwaerts. Wiedermal habe ich alle Steine fotografiert. Einer hatte noch die Orginalbemalung (ein Puma) oder es gab auch sogar Klimaanlagen in den Indianerpalaesten usw.

danach hat uns der Julio ueberraschend zur Geburtstagsfeier seiner Nichte mitgenommen, mit Grossfamilie und so. Die stadt sieht in den Randbezirken noch mal ganz anders aus als im Zentrum. Ein wirrer Traum in Beton, viel wohl noch eingestuerzt vom Erdbeben. Ja aber das Haeusle war sehr schoen, der Julio auch ein Kuenstler mit selbstgemalten Bildern an der Wand und wie gesagt vielen Verwandten, natuerlich auch einer Omi (die eigentlich seine Mutter ist) die das Essen bereitete. auch ein Hund war da, Sonny. Da gab es dann Salat, Kaese, Fleisch und Sahne, alles auf Tacos drauf und danach eine Fleischsuppe. Dann wurde ich noch zu 2 Tequilas genoetigt. Ein Onkel hat mir einen Schluesselanhaenger von einem beruehmten Catcher geschenkt, weil die da auf Catchen stehen. Wie gesagt viele nette Leute.
Dann sind wir ins Stadtzentrum zur Unabhaengigkeitsfeier.
Alle Normalen hatten bereits die Stadt verlassen und der bekloppte Rest einschliesslich uns war total aus dem Haeuschen und sprang herum. Das merkwuerdigste ist, das die Mexis es moegen, sich mit Rasierschaum vollzuspruehen (es gibt auch Schutzmasken fuer, na, wie immer "diez Pesos".) Ich erwarb noch ein Schwenkelement und dann trafen mer noch zwei Damen nebst Sohn, die japanisch aussahen, es aber angeblich nicht waren.
Der Sohn fotografierte aber staendig (Indiz!) :D. So, na, dann steht man eben auf dem Marktplatz, schwenkt Faehnsche und troetet bis El Presidente vors Volk auf seinen Balkon tritt und VIVA MEXICO! ruft. Danach gabs ein Feuerwerk, aber ein abgefahrenes mit 3D Effekten und so (Blumen, Rauten usw.) dagegen sind alle europaeischen Feuerwerke knickrig.
Danach setzt man sich eben in eine Bar und prostet sich zu. Ich habe versucht, aus einer halben Limone und einem Zahnstocher einen Kreisel zu bauen, was auch halbwegs klappte. Danach aber den Rasierschaum abduschen und in die Heia.

Mexico Stadt, Urlaub Sept. 2007- 1

Ich muss vorausschicken, dass ich gleich am Anfang dieser Reise das tat, was man nicht machen soll, naemlich die Kreditkarten-Pin zu vergessen. Prompt wurde das Ding nach Fehltipperei gesperrt und ich musste erst mal im Buesserhemd mit Pass und Karte zum mexicanischen Bankschalter wackeln. Die Angestellten waren sehr misstrauisch und studierten meinen Pass minuetlich von vorn bis hinten.
Abends zuvor hatte mich die Angelica vom Flughafen abgeholt, was auch gut war, denn ohne Hilfe kommt man da nicht unbeschadet heraus. Lauter Privattaxen, die einen wahrscheinlich ins Nirgendwo bringen, um ausgeraubt und namenlos verscharrt zu werden. Man muss die richtige Taxe finden, was auch gar nicht soo schwer ist, denn die Menschenschlange vorm Stand reicht einmal um den Flughafen rum oder so. Also nach Such- und Fangespiel und Herumfahrerei durch droehnende Baustellenschluchten gelangten wir zum Hostel, das so traurig aussah, wie die Hostels, die ich schon lange zu verdraengen versucht hatte. Allerdings war es auch schön billig, im ganzen also ok. Rucksack rein und fertig. Dann bin ich noch auf einen Salat mit Saft eingeladen worden und ab in die Falle.
Also erster Tagesbericht heute: Nachdem ich der Bank gluecklich 3000 Pesos aus dem Kreuz geleiert habe, bin ich erst mal was essen, das aussah, wie man sich Gammelfleisch immer vorstellt. Verbrutzelt bis knusprig in einem trocknen Broetchen und einer halben Avocado. Der mexicanische Doener nennt sich Torta Enchilada (also scharf).
Dann bin ich mit Stadtplan auf in den Stadtpark (Bosque de Chapultepec), der fast mehr Parkwaechter beinhaltete als Besucher (zwei Busse voll Parkwaechter), die alle verscheuchen zum Beispiel, die nicht normgerecht auf einer Bank sitzen, sondern sonstwo. Der Park nennt sich einer der groessten der Welt, aber groesser als der grosse Garten ist er wohl nicht. (Gondelteich gibts auch, mit Palaisfontaine und grasgruenem Algenwasser, einem weissen Reiher und , tja stockenten) So, und dort habe ich wirklich "Scrat" gesehen. Ehrlich! Die Eichhoernchen sehen echt so aus, sind auch so hektisch, zucken andauernd mit ihrem grauen Schwanz und kommen bis auf die Schulter. Danach habe ich an einem Scherzartikelstand einen um-die-Ecke-guck Wuerfel erstanden. Dann war da auch ein Clown, der auf spanisch Witze riss, ich verstand aber nur :"Sexy! Not Pepsi!" (?)
Die Parkmuseen hatten leider alle zu und beim Ausgang-Suchen habe ich mich dann auch irgendwie verlaufen und kam dann wieder beim Clown raus. Also dann bin ich wieder zurueck in die Innenstadt, die "Barmeile" besichtigen. Da bin ich dann zuerst in ein Cafe und habe dort das ekligste Eis der welt gegessen : Melone mit Zitrone, darauf Chilisosse (wuerg) und getrocknete Ichweissnichtwas. Danach brauchte ich ein Bier. Hoffnungsvoll setzte ich mich in eine rustikale Bleibe namens "Cervesaria", die sich dann aber als eine Schikimicki Fischgaststaette entpuppte, in der lauter gickernde Frauen sassen. Ohne Essen gab es kein Trinken und bittesehr, stellte mir der Kellner eine schuessel kalte Shrimps hin (wuerg). Und dann immerhin das Bier. Dazu Latinofernsehen mit Szenenfrequenz 330 pro Minute (typisch). Andauernd kamen dann auch Schuhputzer, Kuliverkaeufer und, die Hoehe, ein Kind mit Akkordeon vorbei, was mir genau ins Ohr sang (von verflossener Liebe oder so), FALSCH. Das reichte mir dann und ich verdrueckte mich richtung Hostel.... ging dabei noch einer Reihe jungen , gruen vermummten Maennern mit Waffen aus dem Weg... sprang wie ein Reh ueber vierspurige Kreuzungen ohne Ampeln.. puh. Das reicht fuer den ersten Tag. Morgen schau ich mir mal das Stadtzentrum an, oder so.

Dienstag, 1. Januar 2008

Vergangenheit

Ich bin 1974 in Dresden geboren, in der DDR. Ich war schon immer ziemlich ruhig, ausser was das Essen anging, da war ich zickig, hat sich aber später gegeben. In der Familie hatten wir mehrere Haustiere gleichzeitig, wovon ich einige Allergien davontrug, war aber trotzdem schön. Und 2 Schwestern trudelten so nach und nach ein. Leider hatten die Eltern die Tiere aber lieber als uns, was aber andersherum genauso war und so ging es wenigstens den Tieren gut. Tja in der Schule hatte ich bis zur 10. Klasse nie Probleme. Ich hab immer viel gelesen, alles was mir unter die Finger kam, von der Boulevardzeitung bis zum Lexikon oder auch Waschmittelpackungen, Hauptsache Buchstaben.

Der Vater hat mir dann Nachts auch immer die Lampe weggenommen. Freunde hatte ich eher wenige, ich war ein Sozialidiot. Da ich gerne viel sung, hat mich meine Mutter in eine kirchliche Musikausbildung gesteckt (wer das kennt: Kreuzchor), wo ich mich aber fürchterlich gelangweilt habe und meine Klavierlehrerin hat ob meiner Grobmotorik öfters geweint. Also da wieder weg.

Ja, nach der Schule wollte ich erst was lernen, da aber gerade Wendezeit war, konnte keiner sagen, was vorteilhaft ist und so hab ich mich selber fürs Abi eingemeldet. Dort bin ich notenmässig fürchterlich eingebrochen. Und die Leute da waren gruselig versnobt, alles Kinder armer DDR-Büger, die so taten, als hätten sie gutbürgerliche Elternteile. Aber Gott sei Dank hatte ich noch einen Freund aus der alten Schule dabei. Das war trotzdem eine schlimme Zeit und ich wurde Grufti und las und schaute nur noch Horrorsachen. Eigentlich war ich nur in Deutsch gut und meine Deutschlehrerin hat mich auch sehr gefördert.

Mit Ach und Krach und mit viel Kulanz von Lehrerseite (aber auch von meiner Seite, hehe) schaffte ich das Abi und dann gings zum Bund. Da gings bergauf und ich lernte ordentlich sein und trinken und rauchen. Ein wunderbarer Urlaub im Grünen, als Sani. Danach, tja wollte ich erstmal studieren, aber war sehr unentschlossen, meldete mich in Halle an und ging dann nicht hin, sondern arbeiten, so herumjobben (Post, Amt usw.). Danach mit einem Kumpel für 3 Monate zu den Amis, was eine Tragödie für sich war, aber wir haben es überlebt. Tja, danach war ich Wachmann, Kistenpacker, Fliessbandarbeiter, Antiquitätenverkäufer und Hilfsarbeiter aufm Bau. Bis meine Mutter eines Tages sagte: "So geht es nicht mehr weiter, Junge."

Da machte ich also eine Lehre zum Laboranten. Das war überhaupt die beste Zeit bis jetzt.

2 Jahre Ferien wie bei Jules Verne. Kann ich jedem mit Abi nur empfehlen. Die Schule hatte mir da nix zu bieten, also las ich Bücher unter der Schulbank und die Lehrer haben mich gelassen. Lehrlinge sind ein sehr lustiges Völkchen und so fiel ich von einer Party in die nächste Disco. Hachne. Soviele Frohnaturen auf einen Haufen habe ich später nie mehr getroffen. Sozial ging es steil bergauf, ich lernte, wie man mit Menschen umgeht. Aber eine Arbeit fand ich danach nicht. Dann endlich verfrachtete mich nach bestehen dieser tatsache ein anderer Freund mit Sack und Pack an eine Uni, wo ich dann Chemie studierte. Ich liess es gleich sehr locker angehen und brach erstmal wieder ein. Ach da hab ich auch Herrn S. kennengelernt, nichwar. Das war eine anstrengende Zeit dann.

Ich hatte sehr viel Mühe, Stoff in den Kopf zu pressen, mein Gedächtnis war (und ist) sehr wählerisch. Aber unter Mithilfe der Kommis gelang auch dieser Coup. Tja, nun steh ich grad wieder da und bin mit meiner ersten Diss gescheitert. Die Diss war eine Tragödie sondermassen, ich habe da Menschen kennengelernt, grauenhaftester Sorte, hatte einen Nervenzusammenbruch usw. Nun will ichs mit 33 aber noch mal wagen, 2.ter Anlauf in einer anderen Stadt. Tja nach dem Bruch bekam ich so Glückstabletten, die nicht viel halfen und seither bin ich auch ziemlich durch den Wind, nervlich schlecht belastbar. Aber nun bin ich bei einer Psychologin in Behandlung, mal sehen, was da rauskommt. So vielen Dank ans Auditorium, jaah, was ich so gerne mache ist natürlich Lesen und Musik hören, aber auch Schreiben (auf meiner Webdings), Schwimmen, in der Weltgeschichte herumreisen und was mir gerade nicht einfällt, weil ich, wie ja schon erwähnt, mich an nichts erinnern kann. Ach Zeichnen mag ich auch.

Sylvester

Sylvester ist immer so ein schwieriges Ding. Was kann man schon wirklich anfangen an einem Tag, der maximale Freude von einem erwartet? An dem sich noch mehr als am Geburtstag zeigt, wer die meisten Freunde um sich scharen kann, wer zu wem gehört und wer als armseliges Anhängsel barmherzig mit eingeladen wird, rein der Generösität halber natürlich?
Diesen Tag habe ich schon recht unterschiedlich verbracht, mit den Eltern, mit Freunden, allein, im Ausland. Eines der denkenswertesten Sylvester habe ich sicherlich bei M.R. verbracht, der uns früh um 4 in Eiseskälte aus der Wohnung warf, aber dazu später.

Nachdem ich zwei Tage bei K. verbrachte, um in Freiberg der Dresdner Realität zu entfliehen, kehrte ich am 31. nach Dresden zurück. Das schöne an Freiberg ist, dass man da nicht wirklich etwas interessantes unternehmen kann. Einmal im Kino sind wir gewesen, beim Alien-Splatter-Vergnügen, dann in der Pizzeria und das wars schon.

G. und D., die ich zwischendurch traf, waren die ersten, die mich versetzten. Nicht direkt, so zwischen den Zeilen. Wir sind bei D.s bruder. Aha. Dabei war noch 3 Wochen vorher von einer Party bei mir die Rede gewesen. Nunja. Wieder bei K. , bot der mir an, Sylvester mit ihm und seiner Familie zu verbringen. Das wäre sicher das Beste für mich gewesen, so ein kleines Familien-Sylvester, fern vom Grossstadt-Wahnsinn. Grossstadt-Sylvester sind, zumindest in Dresden, mist. Egal, ob Party mit Freunden oder Familie, zu viele Idoten mit Sprengstoff, Alkohol und ohne Illusionen lassen ihren Emotionen draussen auf der Strasse freien Lauf.

Aber, dachte ich, A. und P. wollten ja noch kommen, wird’s eben ein gemütlicher Abend zu dritt. P. servierte mich eben so kalt ab wie D. „Wir feiern….“ (ohne Dich).
Danach wollte ich A. schon gar nicht mehr anrufen. Wäre ich besser in Freiberg geblieben? Bei drei paaren der einzige Single? Hmmm.

Also der Zug nach Dresden. Zweimal schon habe ich Sylvester allein verbracht, wobei ich feststellte, dass das gar nicht die schlechteste Art ist. Man kauft sich einen Kasten Bier, stellt den Fernseher an und wartet bis das Jahr rum ist, während man langsam betrunken wird.
Einfach aus Gag besorgte ich mir nochne eine flasche Sekt, wohl wissend, das die zu bleibt. Ich mag keinen Sekt.

A. kam natürlich auch nicht und ich sass dumm rum. Deshalb startete ich den PC, um zu spielen, weil da die Stunden schnell rum sind und schwupps, war es halb elf und P. rief mich an, er wär auf dem weg zum Theaterplatz. Toll . das man sich da nicht trifft, bei all den leuten und dem Lärm, war fast vorprogrammiert. Also ab in den Bus, voll mit Feierlingen, so am Singen. Das tat mir gut, fröhliche Leute zu sehen. Dann ging es hinaus in die Gefechtszone. In Dresden ist die Knallerei am Jahresende nicht der Farbenfreude und Sinnesbetörung gewidmet, sondern ist, wen wunderts, ein kriegsartiger Zustand, denn dafür gibt es Knaller. Das sind Sprengstoffstäbchen, die man, aus Jux, dem anderen zwischen die Füsse wirft. Oder an den Kopf. Gerne auch die grossen aus China, die Briefkastenzerfetzer. Da explodieren sie dann und der Krankenwagen bringt wieder einen weg, Stahlhelmpflicht.

Pulverdampf zieht zwischen den Häusern entlang, Paare knutschen, Singles schauen sehnsüchtig, aber nicht wirklich interessiert, eher irritiert. Dann die ungenierten Erleichterer. Lasst es laufen Jungs! Ich wandle und telefoniere. Bei dem Krach unmöglich. Also allein.
Die nächste halbe Stunde vergeht zwischen Hofkirche und Schloss, Artillerie und Flak.
Eine Rakete trifft mich am Kopf, es tut weh, ich lebe. Um den Wahnsinn zu ertragen, nehme ich ihn auf Video auf.
Kein städtisches Feuerwerk, nur idioten, die, schwankend, Raketen aus den Händen starten lassen. Mehr Rauch und immer dichter, ein rotes Leuchten auf der Brücke. Figuren tanzen im Funkenregen. Ich gehe nach Hause, die Frauenkirche steht still und fremd da. Noch ein Bus voller Betrunkener und, nachdem ich die übliche Salve an Glückwunsch-SMS in den Äther geschickt habe, kann ich endlich schlafen. Denke ich, doch dann ruft S. noch an: "Ihnen geht es genau so beschissen wie mir." Und rettet mir damit den Tag.

Das beste Sylvester war wohl letztes Jahr, D. und G. waren mit mir in Helsinki bei Ch. Keine Knaller, kein Alkohol. Dafür eine Show und Musik und ein professionelles Feuerwerk. Muss das Alter sein, aber da fühlte ich mich wohl.

Und damit zurück zu M.R., so 1993. Nachdem alle ordentlich getankt hatten, besonders An. mit seinem Molinari ohne Kaffeebohne, machte R. den grandiosen Vorschlag, auf eine Autobahnbrücke zu laufen und uns dort Dresden von oben anzusehen. Hier ein kleiner Tipp. Feuerwerke von oben wirken jämmerlich. Das was von unten als Illusion perfekt ist, die Vereinigung von menschengemachten Funken mit den Sternen am Himmel, ist von oben eine Glühwürmchenparty, Parabel einer exakten Physik. Auf dem Weg sprengen wir 2 Briefkästen, Chinaböller rein, die Klappe fliegt weg, verbranntes Papier.

Da auf der Brücke waren schon einige Leute, auch Kleinkinder. Was zum Teufel ...? Wir werfen Knaller in die Runde, es ist 5 Grad unter Null und die Eltern beschweren sich. Warum haben sie die Kinder hierhergebracht? An. lässt nicht nur Raketen aus der Hand starten, auch Knaller platzen in seiner Hand, er ist zu betrunken, um sie wegzuwerfen. Er lacht, die Haut an den Fingern ist in Fetzen. Ich zünde Raketen, bin aber schon zu langsam, um die Explosion noch zu sehen: Zünden….. wo ist sie? Auf dem Rückweg finden wir ein überfahrenes Reh im Pulverschnee, der Fuss ist gebrochen, abgebrochen, das Reh selbst lebt. Geben wir ihm den Gnadentod? Aber wie? Ich lege ihm den Arm um den Hals. Das Tier ist viel zu stark. Wir kommen überein, das der Kältetod sicher der Beste sein wird. Dann kamen wir wieder zu M.R.s Haus und er warf uns um 4 uhr morgens raus. Er wolle in Ruhe schlafen. Das Haus liegt an einer Autobahnabfahrt weitab vom Zentrum.
An. und ich liefen 1 Stunde durch den Frost. Dann rannten wir Strassenbahnen und Bussen hinterher. Was mir blieb, war eine 6 wöchige Erkältung.
Ich habe schöne Sylvester erlebt, in Leipzig, Tharandt, Freiberg und Helsinki. Aber noch keines in Dresden. Das hatte ich vergessen. Nun, was nicht ist, kann ja noch werden, um mich mal aus der flache-Sprüche-Kiste zu bedienen.