Mittwoch, 18. November 2015

Das farbenfrohe Opossum (Versform)

Ein Opossum ohne Ahnung
kriecht hungrig in die Keksedose,
drinnen lauter Weltraumkekse
aus des Herrchens Vorratsplanung.

Alles frisst das Possum leer,
und ganz komisch wird es ihm.
In seinem Kopfe spukt der Traum
vom eignen Künstleratelier.

Es nimmt den Pinsel und will malen,
doch es ist viel zu bedröhnt.
Schwarz wird es vor seinen Augen,
und man sieht's vornüber fallen.

Besser hängt es sich verkehrt
erstmal an die Jalousie.
Als Künstler braucht man Perspektive,
hat es irgendwo gehört.

Energisch kühn mit Pinselstrichen
es dann die Leinwand attackiert, 
mit großen und genialen Dingen
die seinem kleinen Kopf entwichen.

Das ist ganz klar der neue Trend,
was bunt von Ohr zu Ohr ihm wabert.
Doch ob der unbeleckte Trottel
diesen Trend sofort erkennt?

Unmissverständlich muss es sein,
so extrageil! Und wie im Wahn
taucht es in die Farbbehälter
ohne Furcht und Zagen ein.

Im kühnen Schwunge auf das Bild
wirft's Opossum sich behände.
Zuerst gestreckt, auf allen Vieren,
dann Handstand, Hintern und Profil.

Den Kritikern die Harke zeigend,
wälzt es sich im Merenguetakt.
So wird es steinreich und die Kekse
geh'n nun nimmermehr zur Neige. 

Dienstag, 17. November 2015

Dezember

Über stillen weißen Hügeln
schwebt der Winter mit Bedacht,
hat mit seinen sanften Flügeln
uns den ersten Schnee gebracht.

Unter grauen Wolkenleibern
wirbelte ein Sternentanz
und auf leichten Flockenkleidern
schimmerte des Frostes Glanz.

Zwischen warmen Blätterdecken
schlummert nun so manche Seel,
bis der Sonnenkuss wird wecken
sie mit seinem Grußappell.

Sonntag, 15. November 2015

Les Luthiers - Dilema de Amor - Liebesdilemma


Noch ein weiteres Meisterstück der Luthiers, zuerst der spanische Text:

Carlos Núñez Cortés: Estoy enamorado, por fin me enamoré,
el sabado a la noche en el baile la encontré.
Estaba vestida para enamorar, sensual y atractiva...
Y me miraba sin parar.

Todos: Si dos jóvenes se atraen, ya nada los detiene,
ustedes ya saben todo lo que viene.

Carlos Núñez Cortés: Salimos a bailar, la miré, me miró...
Todos: Y el deseo fulminante... los atrapó.
Carlos Núñez Cortés: Y mientras se movía...
Todos: ¡Qué fascinante!
Carlos Núñez Cortés: Para impresionarme...
Todos: ¡Qué sugerente!
Carlos Núñez Cortés: Se puso a hablar...
Todos: ¡Qué excitante!
Carlos Núñez Cortés: De filosofía...
Todos: Qué interesante...
Carlos Núñez Cortés: De inmediato reaccioné, y ahí mismo en la pista...
Daniel Rabinovich: ¿Ahí mismo, en la pista?
Carlos Núñez Cortés: ...la enfrenté y le pregunté, si era aristotélica o tomista.
Todos: La, la, la, la, la...

Carlos Núñez Cortés: No paramos de bailar, nuestros labios se atraían
y empezamos a hablar de epistemología.

Daniel Rabinovich: Los jóvenes inventan palabras cada día,
se ve que ahora lo llaman... "Epistemología".
¡Qué bonito, mi amor!

Todos: ¡Qué bonito, mi amor!
Daniel Rabinovich: Hacer cada día...
Todos: Hacer cada día...
Daniel Rabinovich: Juntitos los dos...
Todos: ¡La "Epistemología"!
Carlos Núñez Cortés: Tocamos muchos temas de antropología...
Todos: ¡Entonces hicieron la "epistemología"!

Carlos Núñez Cortés: Del estructuralismo, del rumbo del arte
y el existencialismo... de Kierkegaard a Sartre.

Daniel Rabinovich: Ella sacudía
Todos: Ella sacudía
Daniel Rabinovich: Su estructuralismo
Todos: Su estructuralismo
Daniel Rabinovich: Y él hacía lo mismo... ¡Con su antropología!

Carlos Núñez Cortés: Y hablando de Marcuse, de Spengler y Lacan
llegamos a Erasmo de Roterdam...

Daniel Rabinovich: Los jóvenes de aman con tanto entusiasmo,
que sólo con hablar... ¡Ya llegan al "erasmo"!

Todos: Y fueron a la cama

Carlos Núñez Cortés: No, no, no... El amor no sólo es
ir con alguien a la cama...

Todos: También se puede hacer... de pie o en la ventana.

Carlos Núñez Cortés: Me dijo que leía a Wittgenstein,
Y que la enloquecía su epistemología...

Daniel Rabinovich: Yo que tú me cuidaría, ya nombró como a doce,
con cualquiera que conoce hace "epistemología".

Carlos Núñez Cortés: Yo le dije que ese tipo solo quería
quitar lo metafísico de la filosofía...

Todos: No se puede estar amando metafísico nomás...
Daniel Rabinovich: Ni estar a cada rato... ¡"epistemologando"!

Carlos Núñez Cortés: Me preguntó con cinismo si yo no concebía
otra metodología que el materialismo.

Todos: Ella criticaba tu metodología,
pero tipo que veía... se lo "epistemologaba".

Carlos Núñez Cortés: ¡Le dije que se fuera! El pensamiento formalista
acaba el idealismo subjetivo y atomista.

Todos: ¡La mandaste a mudar, la echaste sin piedad!

Carlos Núñez Cortés: ¡No se debe aceptar la banalidad!
Ya encontraré a otra con más afinidad.
Epistemólogas hay muchas en la facultad.

Todos: Nos has revelado otra realidad,
nos has señalado... ¡el camino a la verdad!

Daniel Rabinovich:Vamos a cambiar
Todos:Vamos a cambiar
Daniel Rabinovich: Esta vida vacía...
Todos: Esta vida vacía... Vamos todos a estudiar... ¡"Epistemología"!


Deutsche Übersetzung:

Sänger: Ich bin verliebt, endlich habe ich mich verliebt.
Am Samstagabend beim Tanz habe ich sie getroffen.
Sie war angezogen für die Liebe, sinnlich und attraktiv
und sie schaute mich unverwandt an.

Chor: Wenn junge Leute sich voneinander angezogen fühlen
und niemand sie aufhält, wisst ihr schon, was noch alles kommt.

Sänger: Wir fingen an zu tanzen, sie schaute mich an, ich schaute sie an.
Chor: Ein plötzliches Verlangen erfasste sie.
Sänger: Und während sie sich bewegte,
Chor: Wie faszinierend!
Sänger: Um mich zu beeindrucken,
Chor: Wie überzeugend!
Sänger: Begann sie zu sprechen,
Chor: Wie aufregend!
Sänger: Über Philosophie.
Chor: Wie interessant....
Sänger: Ich habe prompt reagiert, direkt auf der Tanzfläche
Chor: Haha, direkt auf der Tanzfläche?
Sänger: Ich habe sie konfrontiert und fragte,
ob sie Aristotelianerin oder Thomistin ist.

Chor: Lalalalala

Sänger: Wir hörten nicht auf zu tanzen, unsere Lippen zogen sich an
und wir begannen über Erkenntnistheorie zu sprechen.

Chor: Die jungen Leute erfinden jeden Tag neue Wörter,
man sieht, dass ihr das heute "Erkenntnistheorie" nennt.
Wie schön mein Liebling, mein Liebling wie schön!
Machen wir jeden Tag, jeden Tag nah zusammen, "Erkenntnistheorie"!

Sänger: Wir sprachen über viele anthropologische Themen,
Chor: Und dann machten sie "Erkenntnistheorie"!

Sänger: über den Strukturalismus und Kunstrichtungen, über Barthes,
über den Existenzialismus von Kierkegaard bis Sartre.

Chor: Sie bewegte ihren "Strukturalismus", ihren "Strukturalismus"!
Und er tat dasselbe mit ihrer "Anthropologie"!

Sänger: Und wir sprachen über Marcuse, über Spengler und Lacan
sind wir dann bis zu Erasmus von Rotterdam gekommen.

Chor: Die jungen Leute verlieben sich mit viel Enthusiasmus,
allein vom Sprechen erreichen sie schon den "Erasmus"!
Und sie gingen ins Bett.

Sänger: Nein, nein, nein! Liebe bedeutet nicht nur,
mit jemandem ins Bett zu steigen!

Chor: Man kann es auch im Stehen oder am Fenster machen.

Sänger: Sie sagte mir, dass sie Wittgenstein gelesen hat
und über seine Erkenntnistheorie fast verrückt geworden wäre.

Chor: Wenn ich du wäre, würde ich aufpassen,
diese Frau hat schon etwa zwölf Männer genannt!
Und mit jedem Soundso, den sie kennenlernt,
macht sie "Erkenntnistheorie".

Sänger: Ich sagte ihr, dass dieser Typ nur
die Metaphysik von der Philosophie trennen wollte.

Chor: Man kann nicht nur über Metaphysik sprechen
und die ganze Zeit "erkenntnistheoretisieren".

Sänger: Sie fragte mich zynisch, ob ich nicht noch
eine andere Methodologie begriffen hätte, wie den Materialismus.

Chor: Sie hat deine "Methodologie" kritisiert, aber mit jedem Typ,
den sie gesehen hat, "erkenntnistheoretisiert"!

Sänger: Ich sagte: "Hinfort mit dir! Der formalistische Gedanke
zerstört den Idealismus, ob subjektiv oder atomistisch."

Chor: Du hast sie zum Teufel geschickt!
Du hast sie ohne Mitleid weggeschoben!

Sänger: Man sollte die Banalität nicht akzeptieren.
Ich werde eine andere Frau mit mehr Affinität finden.
Es gibt viele Erkenntnistheoretikerinnen in der Fakultät.

Chor: Du hast uns eine andere Realität offenbart,
du hast uns den wahren Weg gezeigt.
Wir werden unseren Kurs wechseln,
dieses leere Leben, dieses leere Leben!
Wir werden alle "Erkenntnistheorie" studieren!

Samstag, 14. November 2015

Der Mann auf dem Dach

Auf der Großstadt hohen Zinnen,
im Winde steht er,
weit um sich schaut er,
dem öden Putzjob zu entrinnen,

kam er nur für zehn Minuten.
Auf grauen Wolken schwebt er,
den blauen Himmel trägt er,
ist Atlas oder Kapitän.

Tief unten sich die Leute sammeln,
die Polizei, die Feuerwehr.
"Wird er denn springen,
oder kann es gelingen,
ihn zu entreißen, seinem Ansinnen?",
so diskutieren sie heiß daher.

Der Mann will gerade wieder gehen,
nach unten blickt er, und dabei erschrickt er.
Was ist da bloß, auf der Straße los,
na es wird dann bestimmt in der Zeitung stehen.

Im Flur trifft er einen Polizist der ihn fragt und er sagt:
"Ich hab niemanden sehen,
hoch zum Dache gehen.
Ich hab hier nur meine Arbeit gemacht."

Freitag, 13. November 2015

Die törichte Amsel (Versform)

Eine Amsel kam im Mai
und saß auf meinem Fensterbrett
ein Stöckchen hatte sie dabei
als Grundlage fürs Eierbett.

Die Adern schwollen mir am Hals
ich musste lauthals sie belehren
solch Torheit dürfe keinesfalls
ihr ein zweites Mal passieren.

"Sinnlos ist es, was du bauest
und unverantwortlich dazu
dem instabilen Klima trauest
du ein ruh'ges Jahr noch zu?

Willst du in diese schlimme Welt
noch unschuldige Küken zeugen?
wenn es an Bildungsplätzen fehlt,
von Arbeitsplätzen ganz zu schweigen?

Insektenfraß in Schnabelarbeit
rentiert schon lange sich nicht mehr
Fünf Jahre oder läng're Zeit
hockt der Nachwuchs dann bei dir!

Singvogelcent und andre Steuern
sind heuer in der Diskussion
und die Wintersaat, die eure
essen arme Kinder schon.

Du brauchst nicht zu mir zu kommen,
wenn es längst schon ist zu spät!"
Erschrocken hat sie das vernommen
und sich auf dem Sims gedreht.

Die Amsel ließ das Zweiglein fallen,
ich sah sie von Dannen eilen,
um den andern Vögeln schallend,
die schlechte Botschaft mitzuteilen.



Montag, 9. November 2015

Les Luthiers - Theorema de Thales - Der Satz des Thales


Das ist ein lustiges Video zu einem Lied von den Luthiers, einer argentinischen Komikertruppe, dass den Satz von Thales erklärt. Der spanische Text dazu:

"Si tres o más paralelas
Si tres o más parale-le-le-las
Si tres o más paralelas
Si tres o más parale-le-le-las

son cortadas, son cortadas
por dos transversales, dos transversales,
son cortadas, son cortadas
por dos transversales, dos transversales,

Si tres o más parale-le-le-las
Si tres o más parale-le-le-las
son cortadas, son cortadas,
son cortadas, son cortadas
(Entre voces: "Son transversales")

Dos segmentos de una de estas, dos segmentos cualesquiera,
dos segmentos de una de estas son proporcionales
a los dos segmentos correspondientes de la otra.

Hipótesis:

A paralela a B,
B paralela a C,
A paralela a B, paralela a C, paralela a D.

O-P es a P-Q,
M-N es a N-T,
OP es a PQ como MN es a NT.

A paralela a B,
B paralela a C,
OP es a PQ como MN es a NT.

La bisectriz yo trazaré
y a cuatro planos intersectaré.

Una igualdad yo encontraré:
OP+PQ es igual a ST.

Usaré la hipotenusa.
Ay, no te compliques, nadie la usa.

Trazaré, pues, un cateto.
Yo no me meto, yo no me meto.

Triángulo, tetrágono, pentágono, hexágono, heptágono, octógono, son todos polígonos.

Seno, coseno, tangente y secante, y la cosecante y la cotangente.

Thales, Thales de Mileto
Thales, Thales de Mileto
Thales, Thales de Mileto
Thales, Thales de Mileto

Que es lo que queríamos demostrar.
Queesque loqueloque queriariamos demodemostrar!"


Übersetzung in Deutsch:

"Wenn drei oder mehr Parallelen 
Wenn drei oder mehr Para-le-le-len
Wenn drei oder mehr Parallelen 
Wenn drei oder mehr Para-le-le-len

geschnitten werden, geschnitten werden 
durch zwei Transversalen, zwei Transversalen, 
geschnitten werden, geschnitten werden
durch zwei Transversalen, zwei Transversalen,

Wenn drei oder mehr Para-le-le-len 
Wenn drei oder mehr Para-le-le-len 
geschnitten werden, geschnitten werden, 
geschnitten werden, geschnitten werden
(Zwischenstimmen: "Sind Transversale.") 

Zwei dieser Segmente, 
beliebige zwei Segmente,
zwei Segmente von dieser (Transversale) sind proportional 

zu den beiden entsprechenden 
Segmenten der anderen (Transversale). 

Hypothese: 
A parallel zu B, B parallel zu C, 
A parallel zu B, C parallel, parallel zu D. 
O-P zu P-Q, M-N zu N-T.
O-P zu P-Q (ist) wie M-N zu N-T.

A parallel zu B, B parallel zu C, 
O-P zu P-Q (ist) wie M-N zu N-T.

Ich werde die Winkelhalbierende ziehen 

und vier Flächen erhalten. 
Ich finde die Gleichstellung: 
OP + PQ gleich ST.

Ich werde die Hypotenuse verwenden. 

Oh, nicht so kompliziert, 
verwendet doch niemand.

Ich werde zeichnen, dann die Kathete. 

Da misch ich mich nicht ein, 
misch ich mich nicht ein.

Dreieck, Viereck, Fünfeck, Sechseck, 

Siebeneck, Achteck, sind sie alle Polygone. 
Sinus, Cosinus, Tangens und Sekante 
und Kosekante und Kotangens. 

Thales Thales von Milet
Thales Thales von Milet 
Thales Thales von Milet 
Thales Thales von Milet

Das ist, was zu beweisen war.
 
Dahas ist, was zu beweiheisen war!"

Drachenschmausballade

Es ist ein Tag vor vielen Lenzen als ein Drache mit fünf Schwänzen,
jedoch mit nur einem Kopfe es sich in just denselben setzt,
es täte seinem Stande gut wenn er eine Prinzessin frässe.
Und während er geringelt ruht, vor seiner Höhl ein Herold krächzt
dass just im nahen Schlosse hier gibt es ein Turnier um Vier
und jedem Ritter ständ es gut, wenn er dort im Sattel säße.

Der Prinzessin fernes Bild spiegelt sich in mancher Rüstung,
als sie lichtumflossen steht auf des Schlossturms enger Brüstung.
"Ich sag euch, das Turnier beginnt, für Prinzessin Siegelind!
Ihre Hand wird dem gebühren, der weiß die stärkste Lanz zu führen."

Die Ratten in der Speisekammer der königlichen Küche jammern
"Das Königshaus, das ist bankrott, bei uns herrscht bald die Hungersnot..."
Bis eine spricht "Lass uns doch wimmeln, zu den hehren Käsehimmeln.
Bei den Fratern einzukehren, werde ich den Weg euch lehren."

Der Drachen pflückt die Siegelind von des mächt'gen Turmes Zinnen,
er klemmt sie locker untern Arm und flattert übern Tann von hinnen.
Sie rufet Hilfe und vom Aug sieht man ihre Tränen rinnen.
Die Ritter sich zum Retten rotten beim Teiche im Marillengrund,
um Prinzessin Siegelind zu schützen vor dem Drachenschlund.

Die Knappen sehn Karotten mampfend, die Ritter manche Lanze brechen,
weil die Kettenhemdenträger scheppernd sich den Rang erstreiten,
wer den Drachenpelz der Dame morgen darf zu Füssen breiten.
Hernach ihre Rosse dampfend die Lungen aus dem Hals sich hecheln.

Es knattern Fahnen leis im Wind, die Recken rasten müd im Dreck
sie haben keine Lust mehr heute, an dem Tiere sich zu rächen.
Sie bauen Zelte auf dem Fleck und fangen lautstark an zu zechen.
Der Drachen schluckt die Sieglind ganz samtens Kleid und Firlefanz
Als kleine Mahlzeit zwischendrein, so fährt sie in die Echse ein.

Über Berg und grüne Wipfel setzt er seine Reise fort, hungrig ist er, grantig ist er,
und so kehret er nicht heim, denn zu dürren Adelsknochen
noch ein paar fette Mönchelein, in ihrem eignen Saft zu kochen
dazu hat er große Lust, lüstern bläht er seine Nüstern.

Derweil grimm auch Rattenhorden in Reih und Glied die Wege schreiten
hin zum Kapuzinerorden wo die gelben Käse reifen.
Als die Schatten länger fallen, an dem elften Mai des Jahres
und Ratten in die Keller quellen, spricht der Abt den leisen Segen
- auf Käseleib und Quittengeist  -
die der Herr erhälten möge, des mönchlichen Genusses wegen.

Nun nimmt das Schicksal seinen Lauf, die Schädlingsbrut ernährt sich wild.
Der Abt bekreuzigt sich ganz still und dann exklamiert er "Hülft!"
Der Orden windet sich zur Kette, vom Kellerloch zum Hofe hoch,
wird alles Essbare gebracht und im Fackelschein bewacht.

Der Lindwurm traut den Augen kaum, das Klosterhof ist ein Bankett.
Nicht nur Gottesschaf voll Eifer, auch noch runde Käseleiber.
Die Flamme sanft auf Grill gestellt, schwebt er übers Himmelszelt.
Der Schmaus beginnt und viele Seelen der Herrgott zu sich rufet.

Hörner schallen, Rufe hallen, die Ritter sahn die Feuersbrunst,
so voll wie die Haubitzen, sie zu Pferde sitzen.
Der Drach denkt nach und fliegt aufs Dach
und schnaubt und faucht und lacht und grunzt,
ein verquerer Bissen macht, dass er schnöd erstickt und drauf
auf die edlen Herren kracht von den Kirchturmspitzen.

Der Nachtwind stöhnt, die Flammen prasseln, im Keller noch ein Bruder fröhnt
Er tauft mit klarem Quittenschnaps die Ratten für den heil'gen Papst.
Da fährt der Mephistopheles aus der Hölle auf und höhnt:
"Ich mag dich, du muntrer Bursch, nimm diesen Säbel und dann husch
hinauf. Hinauf, hinauf, entrinn dem Feuer!
In dem starren Drachenleib harret dir ein holdes Weib,
du musst ihn einfach nur zerlegen bis die Dirn sinkt dir entgegen.
Als Preis dafür ich meinem Meister, weihe dies Gemäuer."

Der Brave hackt wie ein Besengter und durch des Lindwurms Schuppen sprengt er,
schneidet sich durch das Gewebe und hofft das Siegelind noch lebe,
Bald hört er die Verschluckte schreien, sie reicht ihm die beringte Hand,
"Sei mein Galan du Drachentöter und regiere dieses Land!"
Mit Schaudern fliehen sie den Ort wo fortan nur die Teufel hausen,
sie leben redlich viele Jahr, gefolgt von ihrer Kinderschar.
Das ist wirklich so geschehn ich erzähl euch keine Flausen.